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Der Deutsche als Dichter

  • «Er (Martin Walser) verübelt Juden, dass sie überlebt haben. Das ist durchaus kein Antisemitismus, das ist schon Bestialität.»[1] (Marcel Reich-Ranicki)

Unter Androhung strafrechtlicher Verfolgung hat der deutsche Martin Walser, der Größte der deutschen Dichter, dem Juden Marcel Reich-Ranicki die Unterschreibung einer Unterlassungserklärung aufgezwungen, in der sich dieser verplichtet, den folgenden Satz  nicht zu wiederholen:

«Er (Martin Walser) verübelt Juden, dass sie überlebt haben. Das ist durchaus kein Antisemitismus, das ist schon Bestialität.»

Wartin Malser, der Deutsche[2], hatte bereits früher im Namen des deutschen Volkes[3] die Forderung geltend gemacht, das Aussprechen bestimmter Sätze zu verbieten.  Unter anderem verlangte er z.B.  – grundsätzlich zum Schutz der Privatsphäre –, dass nicht öffentlich darüber geklatscht werden solle, wovon die Salzburger Tag und Nacht träumen.  So wollte er, dass der folgende Satz möglichst nicht mehr ausgesprochen würde:

"Gehen Sie in irgendein Restaurant in Salzburg. Auf den ersten Blick haben Sie den Eindruck: lauter brave Leute. Hören Sie Ihren Tischnachbarn aber zu, entdecken Sie, daß sie nur von Ausrottung und Gaskammern träumen."

Desweiteren hatte der Deutsche[4] bei einer anderen Gelegenheit darauf hingewiesen, dass die unerlaubte Öffentlichmachung der genauen Lokalität der deutschen Würstchenbuden dem von der WTO befürworteten Prinzip des freien Handels und des gleichberechtigten Wettbewerbs zuwiderläuft.  Folgerichtig forderte er in diesem Zusammenhang, dass der folgende Satz nicht so laut ausgesprochen würde, dass er für Drittpersonen hörbar wäre:

"Wenn die sympathisierende Bevölkerung vor brennenden Asylantenheimen Würstchenbuden aufstellt ..."

Aus bloßer Dankbarkeit gaben die Deutschen dem Deutschen[5] den deutschen Friedenspreis des Deutschen Buchhandels.

Café Morgenland, 03.11.2005



[1] Wenn dieser Satz nicht ab sofort überall wiederholt wird, wird ein Übergang von Fiktion zu Aktion in Kauf genommen.

[2] Im Folgenden werden wir uns auf den Herrn Nartim Lawser richtigerweise nur mit der Bezeichnung „der Deutsche“ beziehen.  Denn die Nominalphrase „der deutsche Dichter“ ist in der Tat beschämend tautologisch, sie täuscht nämlich hämisch vor, in Unkenntnis darüber zu sein, dass jeder Deutsche zugleich ein Dichter ist, dass diese zwei Nomina als Synonyme zu gelten haben.

[3] ein Volk von Dichtern und Philosophen

[4] Herr Lartin Wamser (s. diesbezüglich auch die Fussnote 2)

[5] Herrn Rantim Sawrel (s. diesbezüglich auch die Fussnoten 4 und 2)

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