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Der diskrete Charme des linken Antisemitismus

  • Der Antisemitismus, enthalten im Anti-Israelismus  oder Anti-Zionismus wie das Gewitter in der Wolke, ist wiederum ehrbar. Er kann ordinär reden, dann heißt das "Verbrecherstaat Israel". Er kann es auf manierlichere Art machen und vom "Brückenkopf des Imperialismus" sprechen. Ich weiß so gut wie irgendwer und jedermann, dass Israel objektiv die unerfreuliche Rolle der Besatzungsmacht trägt. Alles zu justifizieren, was die diversen Regierungen Israels unternehmen, fällt mir nicht ein. Meine persönlichen Beziehungen zu diesem Land ... sind quasi null: Ich habe es niemals besucht, spreche seine Sprache nicht, seine Kultur ist mir auf geradezu schmähliche Weise fremd, seine Religion ist nicht die meine. Dennoch ist das Bestehen dieses Staatswesens mir wichtiger als das irgendeines anderen" (Jean Améry[1] in "Der ehrbare Antisemitismus")

In die Internet-Ausgabe von Rizospastis[2] eingebaut, erscheint der 6-zackige Davidstern (Israel-Fahne), abgelöst durch das Sternenbanner der USA, dessen Sterne wiederum zum Hackenkreuz werden. Es folgen die bekannten Parolen über das „verbrecherische Israel“ usw. (Eine Minderheit[3] eines zivilisierten europäischen Landes war vor über 60 Jahren gezwungen den Davidstern zu tragen,, als Unterscheidungsmerkmal vom Rest der Bürger dieses Landes. Die zivilisierten Bürger dieses zivilisierten Landes haben vor über 60 Jahren das Hakenkreuz zu ihrer Fahne und zu ihrer Armbinde gemacht, um sich von denen mit dem Davidstern zu unterscheiden).

Diese Eingebung des kommunistischen Internet-Künstlers scheint großen Widerhall bei den Besuchern der Seite zu finden. Anders  kann man die dauerhafte, fast ständige Erscheinung dieses elektronischen Bildes wohl kaum erklären.

Es lohnt sich zu betonen, dass dies eins der wenigen Symbole ist (außer natürlich den beiden Handwerkszeuge Hammer und Sichel), der die Zeit (und den Geschmack) übersteht. Es scheint, dass es mit Erfolg, einige, ganz bestimmte Instinkte seine Fans füttert.

Es ist selbstverständlich, dass es sich um eine Botschaft handelt. Trotz ihrer Oberflächlichkeit, lohnt es sich über deren Inhalt zu reden. Zuerst klärt uns diese Botschaft darüber auf, dass die USA das Gleiche wie die Nazis wäre. Dies hilft uns, die die damalige Zeit der zivilisierten Bewohner mit den Armbinden nicht erlebt haben, ein handgreifliches und praktisches Bild der damaligen Epoche zu bekommen. Sehr schnell also entdecken wir mit dieser Gleichung, dass es Mythen und Propaganda waren, was unsere Eltern und ein paar Überlebende Fanatiker erzählten, von wegen Vernichtungslagern, von wegen Gaskammern, von wegen Verbrennungen in Spezialöfen von 6 Millionen Bürgern mit dem Davidstern, und auch Kommunisten, Demokraten, Sinti und Roma, psychisch Kranke, Homosexuelle, Kriegsgefangene (bevorzugt Russen) und viele andere. Heute lernen wir, dass Guantanamo gleich Auschwitz ist. So wissen wir in etwa was Auschwitz war.

Praktisch bedeutet dies, dass der Antiamerikanismus als der Hebel zu Aufhebung, Revidierung und Relativierung der Verbrechen der deutschen Nationalsozialisten benutzt wird, indem die Fantasie zuspitzt und überall Holocaust entdeckt wird

Die Realität der US-Verbrechen selbst, die Eroberungskriege, die Bombardierungen, die Isolationen, die Folterungen und die Ermordung ihre Gegner usw. können nicht beim Namen genannt werden. Sie müssen unbedingt mit Holocaust gleichgesetzt werden, mit einem einzigen Ziel: Um das „Verbrechen aller Verbrechen“, die Singularität des Holocaust, durch die Revision der Geschichte auszulöschen  und das historische Gedächtnis abzuschneiden.

Die „neuen Nazis“

Der wichtigste und beherrschende Teil dieser Botschaft aber ist ein anderer: Dass diejenigen, die sich getraut haben zu überleben und ihren Staat zu errichten, um sich vor den Zivilisierten mit der Armbinde oder deren Bewunderer zu schützen, in Wahrheit gleich ihrer Verfolger sind, die Opfer mutierten zu Täter.

Ob dies lächerlich ist oder nicht, spielt keine Rolle, denn das Ziel ist nicht die Erklärung dieser „Verwandlung“, sondern (bestimmend für diese linke Identität), die Transformation des Hasses auf die „neue Nazis[4], da sehr viele in der Welt und in Griechenland die mit dem Armbinden gehasst haben und immer noch hassen. Denn sie haben einige unanständige Dinge gemacht haben (natürlich nicht so unanständig wie die USA, aber in etwa).

 „In diesem Unternehmen hebt sich die Führung von Israel hervor, die belastet ist mit dem Genozid des palästinensisches Volkes, und zwar mit Methoden, die  gegen Juden in Dachau, Belsen, Mauthausen .. benutzt wurden.“ (Rizospastis, 28.01.2005, in „Auschwitz und seine Fälscher“[5])  .

Mit der viel Diskussion  über den Antisemitismus, wird versucht, die zionistische Politik des israelischen Staates zu verschleiern, der Genozid zu Lasten der Palästinenser ausübt, ähnlich dem der die Juden in den hitlerschen Konzentrationslagern erlebt hatten“, (Rizospastis, 01.02.2005).

Insbesondere das „mit viel Diskussion über den Antisemitismus...“ stößt ins Auge, da bekanntlich die Diskussion zu diesem Thema, von der KPG und fast der Gesamtheit der Linke vermieden wird, wie der Teufel den Weinrauch, so dass sich die Frage stellt, wieso sie versuchen mit allen Mitteln eine solche Diskussion zu verhindern?

Da wir von linker Identität reden, wäre es ungerecht, die anderen, die noch mehr Revolutionäre sind, nicht zu erwähnen: „In dem die zionistischen Nazis friedliche Demonstrationen der Palästinenser bombardieren und die Schreie gegen den massenweisen Abriss, in Blut ertränken...“. (Exegersi/Kontra)

Sie appellieren gar an den Lumpen-Journalismus um Solidarität: „Die vollgefressenen Schreiber sehen anscheinend nicht die Verbrechen des zionistischen Nazismus...“(Exegersi/Kontra).

Was nützt dir aber das Artikelschreiben, wenn du nicht selber (oder zumindest deine natürlichen Verbündete) Hand anlegst. Daher verlangen sie die Solidarität der „Internationalen Gemeinschaft“, der Gemeinschaft, die sie immer bekämpfen: „Wenn die „internationale Gemeinschaft“, bloß beobachtet, dass vor ihren Augen ein Genozid stattfindet, ohne eine einzige Maßnahme zu ergreifen, die den Zionisten weh tut...“ (Exegersi/Kontra, in „Amerikanische Mörder und israelische Zionisten massakrieren unbewaffnete Bevölkerung“)

Als richtige Revolutionäre wissen sie zu gut was damals ein Mitglied dieser Gemeinschaft gemacht hat, damit auch heute „eine Maßnahme ergriffen wird, die den Zionisten weh tut“. Und natürlich wären wir neugierig zu erfahren, was für Maßnahmen sie selber vorschlagen.

Dem Charme, den die Anziehungskraft des linken Antisemitismus ausstrahlt, scheint niemand widerstehen zu können. So konnte die Zeitung „Babylonia“ der Versuchung nicht widerstehen und kaut die bekannten Sprüche über „ethnische Säuberung“, „nein zur neuen Apartheid“ usw. nach.

Wir vergessen dabei natürlich all diejenigen nicht („Delegationen“, „Beobachter“, „Korrespondenten“ usw.), die massenweise ihren Polit-Tourismus in den Nahen Osten veranstalten und natürlich sehr wohl zwischen Araber und Juden unterscheiden können, indem sie detailliertes Wissen über die Ethnien, die Völker, die Bevölkerungszahlen und die politischen Gruppen aller Couleur dort besitzen und dabei keine Ahnung von ihrer eigenen Geschichte und die des Holocaust haben, sie geben dafür nicht mal ein Cent. Diese gewollte Ahnungslosigkeit ist das Düngemittel des linken Antisemitismus.

Wir lernen also, sowohl von der Anti-System-Linken (um so radikaler, umso schlimmer) als auch von der Tageszeitung der KPG, dass die Juden (Verzeihung, die Israelis) eine Mischung aus Meligala[6] und Kannibalen[7] sind, dass deren größtes Vergnügen die Ermordung von Kindern sei (früher sagte man, dass sie deren Blut tranken),

dass ihre größte Fähigkeit sei, Intrigen und Verschwörungen zu veranstalten, indem sie überall ihre Finger rein steckten, wie ein Athener Bürgerschaftskandidat der KPG im griechischen Fernsehen (in der Zeit der Verhaftungen von 17N-Mitglieder) behauptete (dass der 17 November von Mossad sei),

dass wenn jemand nach Apartheid sucht, er nicht nach Afrika zu gehen braucht, denn es befindet sich nämlich gegenüber von Kreta, wo dort (in Israel) jeden Dienstag und Donnerstag Genozide veranstaltet werden usw. usw.

Zum notieren: Israel ist das einziges Land der Welt, das mit solch zugespitzten Adjektiven geschmückt wird (auch die USA haben sie hinter sich gelassen).

Dass der linke Antisemitismus auf solch einem niedrigen geistigen Niveau erscheint, liegt nicht nur am intellektuellen Niveau der Texter, sondern hauptsächlich in seiner Natur: Paranoid, instinktiv und - nach Auschwitz - vernichtend.

Die Rache der Ahnungslosigkeit

Niemals hat die Nachkriegslinke die geringste Mühe unternommen, den Unterschied zwischen Faschismus und deutschem Nationalsozialismus zu verstehen.

Niemals hat sie versucht, sich dem Ausmaß des Holocaust geistig anzunähern.

Niemals hat sie versucht, mindestens in Erfahrung zu bringen, was und mit welcher Exaktheit der Prozess der Vernichtung von Millionen geschehen konnte.

Niemals hat sie sich gefragt, ob die Opfer eine Überlebenschance (auch nur die geringste oder beschämenste)  hatten, ob sie irgendwelche Solidarität von anderen erfuhren.

Wenn zum Beispiel die Gegner der USA ihre Haltung ändern und zu Fans der neuen Ordnung werden, so gelten sie sofort als „Alliierte“ und bekommen obendrauf auch einige Glasperlen-Kredite[8] .

Wenn ein Andersgläubiger zum Mehrheitsgläubiger wird, werden sie ihn höchstwahrscheinlich in Ruhe lassen.

Wenn ein Revolutionär zum Kollaborateur wird, sichert er (neben seiner eigenen) auch noch die Zukunft seiner Kinder.

Diese Auswahlmöglichkeit hatten die Juden nicht. Egal was sie getan hätten, egal welche Haltung sie eingenommen hätten (theoretisch, selbst dann wenn sie Nationalsozialisten geworden wären), sie hatten keine Rettungschance.

Dieses absolute Nichts, dieses völlige Fehlen von jeglichem Sinn und Bedeutung der Vernichtung, macht die Einmaligkeit des Holocaust und gleichzeitig die Unmöglichkeit des menschlichen Verstandes aus, zu verstehen was und warum es geschehen konnte.

Wenn ein Revolutionär vor dem Erschießungskommando steht, so stirbt er mit der Überzeugung, dass sein Tod nicht umsonst war, dass seinen Ideen andere folgen werden usw. Holocaust aber wischt all das weg. Er schließt sie aus. Er lässt sie nicht zu.

Und natürlich ist es schwer einen Vernichtungsprozess zu verstehen, in dem die deutsche Wehrmacht ganz Europa umpflügte und dabei keine Mühe und keine Kosten scheute (nicht mal die Gefahr einer militärischen Niederlage[9] zog sie in Betracht), mit einem einzigen Ziel : Um all diejenigen zu entdecken, aufzuspüren, haftbar zu machen, die für sie Juden waren. Um mit speziell für diesen und nur diesen Zweck organisierten Transporten, von dem abgelegenen Montenegro zum Beispiel, um mittels eines speziellen bürokratischen Prozesses, um die Juden in speziell für diesen und nur diesen Zweck erbaute Vernichtungs- und Konzentrationslager zu bringen, und dort auf eine ganz spezielle Art und Weise Massen von Millionen Stigmatisierten zu ermorden.

Die Betonung der Massenhaftigkeit der Morde bedeutet einerseits, dass Millionen von Menschen ermordet wurden, und zugleich, dass diese Morde durch Massen von Menschen vollzogen wurden, ohne dass geringste Probleme aufgetreten sind: Die erstickende absolute Mehrheit des deutschen Volkes hat sich pathetisch und mit Elan an diesem nationalen Werk beteiligt. Männer und Frauen, Proleten und Kleinbürger, Lehrer und Ärzte, Juristen und Eisenbahner, Architekten und Industrielle, Intellektuelle und Bauarbeiter, Putz- und Hausfrauen, Linke und Rechte, Bosse und Diener haben mit Leib und Seele am Prozess der Leichenproduktion teilgenommen.

Es gibt keinen einzigen Berufszweig oder keine einzige Bevölkerungsgruppe, der/die nicht auf die eine oder andere Weise am Holocaust teilgenommen hat, es handelte sich also um eine Art von breitem demokratischem Prozess. So und nur so konnte die deutsche nationalsozialistische Revolution stattfinden.

Einen Menschen umzubringen, kann eine Frage der Moral oder des juristischen Ungehorsam sein.

6 Millionen Menschen umzubringen ist eine Frage der Arbeitsmoral und der Arbeitsdisziplin.

Denn sonst ist es organisatorisch unmöglich ein solches riesiges Werk in einer solch kurzen Zeit zu Ende zu bringen.

Der Holocaust hat - außer der erschreckenden Zahl der Opfer - zwei weitere Ergebnisse hervorgebracht: Die Wiedererrichtung des Staates der Täter (bis 1989 im Doppelpack) und die Errichtung des Staates der Opfer, Israel, den Schutzort all derjenigen die wieder gejagt werden, von denen, die die „zivilisierten Bürger mit der Armbinde“ nachzumachen versuchen.

Die Antisemiten in der Welt - die wegen der Bestialitäten gegen die Juden, nicht mehr so sprechen konnten wie sie sprechen wollten - kotzen heute alles heraus, in dem sie sich auf Israel und auf die Juden der Diaspora fixieren und somit ihren paranoiden Antisemitismus mit einem neuen Etikett (Israel statt Juden) fortführen. Somit waren für sie der Nahost-Konflikt und der tragische Zustand, dass zwei Völker das gleiche Land beanspruchen, ein Geschenk des Himmels.

Was den Staat Israel betrifft, so lohnt es sich daran zu erinnern, was damals der trockene und wortkarge Außenminister der Union der sozialistischen Sowjetrepubliken Andrei Gromyko sagte, als noch die Gräueltaten des deutschen Nationalsozialismus frisch in Erinnerung der Sowjets waren und das antifaschistische Bewusstsein bestimmend für die Bewohner der Sowjetunion.

"Was den jüdischen Staat betrifft, so ist seine Existenz bereits ein Faktum, das gefalle oder nicht ... die Delegation der UdSSR kann sich nicht enthalten, ihr Erstaunen über die Einstellung der arabischen Staaten in der palästinensischen Frage auszudrücken. Ganz besonders sind wir überrascht zu sehen, dass diese Staaten oder zumindest einige von ihnen sich entschlossen haben, militärische Maßnahmen zu ergreifen mit dem Ziele, die nationale Befreiungsbewegung der Juden zu vernichten. Wir können die vitalen Interessen der Völker des Nahen Ostens nicht identifizieren mit den Erklärungen gewisser arabischer Politiker und arabischer Regierungen, deren Zeugen wir jetzt sind". (Rede von Andrej Gromyko, 1948 vor der UNO).

Wie es aussieht, hat die griechische Linke in ihrer absoluten Mehrheit den Juden noch nicht verziehen, dass manche überlebt haben.

Ein Rechtsanwalt der Nebenklage, hat im Prozess gegen den „17 November“ folgende Frage gestellt:

 „Warum wurde niemals ein jüdisches Ziel, weder Personen noch jüdische Interessen angegriffen? Außer gegen den amerikanischen Imperialismus, wurden Anschläge gegen Ziele aus dem Nahen Osten und aus Balkan, gegen türkische, englische, französische, deutsche, saudiarabische und andere Ziele, gegen den holländischen Konsul und gegen das holländische Konsulat verübt, aber kein jüdisches Ziel“(aus der Zeitung Avgi).

Im heutigen Griechenland der Kollaboration und der Denunziation wundert sich niemand mehr, warum jemand Antisemit ist, sondern warum er ... keiner ist!

Mit der absoluten Etablierung des Antisemitismus in der griechischen Gesellschaft und in ihren „Avantgarden“, ist nur diese Erklärung (Mossad-Agenten) möglich.

Anmerkung dazu: Das Argument, dass die Linke eine Kreation der zionistischen Juden war, war eines der ersten antikommunistischen Argumente auf griechischem Boden für den internen Gebrauch. Dieses Argument wird 80 Jahre später wiederholt. So weit sind wir schon.

Hier müssen wir selbstkritisch betonen, dass den 17N zu unrecht fehlende antisemitische „Sensibilität“  „vorgeworfen“[10] wurde.

Das gleiche und Schlimmeres schrieb er in seinen Erklärungen. So beispielsweise verlangte er vom Westen, dass er wirtschaftliche und militärische Maßnahmen gegen Israel verhänge (die Nationalsozialisten in Deutschland nannten es „Kauf nicht bei Juden“), damit das „rassistische“, „faschistische“ usw. Israel, mit seinem „mörderischen„ Werk aufhört; und dabei sang der 17N ein Lob auf das „Internationale Recht“: „All das geschah, ohne dass wir ein Embargo gegen Israel sehen konnten, ohne dass wir eine militärische Intervention des Westens sehen konnten, solche die Israel zwingt, das Internationale Recht zu respektieren“ (Erklärung vom 30.01.1991).

Vergessener Geburtstag

Es ist logisch, dass dieses Phänomen des linken Antisemitismus nach einer Erklärung verlangt:

Wie wir zuvor schrieben, kann diese Erklärung weder durch den Nahost-Konflikt (dies ist nur der Rahmen in dem sie ihre antisemitische Paranoia züchten), noch durch die existierenden antisemitischen Elemente des Marxismus[11] und Anarchismus[12] gegeben werden.

Wenn wir schon über die griechische Linke und über historisches Gedächtnis reden, müssen wir einen kurzen Ausflug in die ersten Jahre der Entstehung der Linken in Griechenland machen. Damals, als die „Federation“, mit ihrem griechisch-jüdischen Anführer Abraham Benarojia sich gegründet hat. Damals, als griechisch-jüdische und slawische Proletarier von Thessaloniki sich wagten, sich in die Reihen der sozialistischen Zirkel von Federation einzugliedern. Damals, als Benarojia mit seinem Genossen Samuel Giona[13] (Sekretär der Tabakarbeiter-Gewerkschaft) die ersten Massenstreiks der Tabakarbeiter organisierten.

Zeitgleich mit der Geburt dieser Organisation und der Zuspitzung der gesellschaftlichen Zustände (Bildung eines kämpferischen, „nicht-rein-griechischen“ Proletariats einerseits und gewaltsamer Versuche der Zwangshellenisierung der multikulturellen und multiethnischen Bevölkerung andererseits), begann die Intervention des schon vorhandenen Antisemitismus der Volksschichten in die Linke, mittels „griechisch-christlichen“ Kommunisten. So hatten wir die Situation, dass  sozialistische Funktionäre sich weigerten, am ersten Parteitag der SEKE (Sozialistische Arbeiterpartei Griechenlands, die aus der „Federation“ entstand) teilzunehmen, weil dieser „voll von Juden durchdrungen ist“, wie sie selber in ihren Briefen schrieben.

Mit der Vermehrung der Reihen der Linken und der gewaltsamen „Hellenisierung“ der Bevölkerung verringerte sich die Teilnahme der revolutionären griechischen Juden.

Das Problem mit den übrigen, lösten später mit ihrer eigenen, einzigartigen Art die deutschen Nationalsozialisten. Die wenigen, die die Vernichtungs- und Konzentrationslager überlebten und als lebende Tote nach Griechenland zurückgekehrt sind, konnten es dort nicht aushalten und emigrierten, hauptsächlich nach Israel[14], aber auch nach anderen Ländern.

Aufgrund gar der breiten „Arisierung auf griechisch“ (Beschlagnahme des jüdischen Besitzes durch christliche Griechen), haben die Überlebenden nicht nur ihre Verwandten und Freunde, sondern auch ihr Hab und Gut verloren.

Heute ist jeder Bezug auf diese Seite der linken Bewegung erlischt und Abraham Benarojia emigrierte nach dem Bürgerkrieg nach Israel, von allen vergessen und isoliert bis zu seinem Tod 1979.

So hat die griechische Linke ein für alle mal das „Problem“ ihrer Geburt gelöst.

Nur ab und zu beschmutzen irgendwelche revolutionäre und nichtrevolutionäre Parolen die Holocaust-Mahnmale, wie zum Beispiel ein von unbekannten geschriebener Spruch im August 2004 auf das Mahnmal der Stadt Drama (aber auch in anderen Orten), „Weder in Griechenland noch in Palästina, wird ein einziger Jude übrig bleiben“.

Linke Studenten, studieren heute unbekümmert an der Uni von Thessaloniki oder führen in ihr Gesprächsrunden bzw. Versammlungen, mit äußerst zugespitzte politische Auseinandersetzungen auf hohem geistigen Niveau durch ... trampelnd auf den Leichen von Juden.

Oder ist jemand bekannt, der je den Abriss der Aristoteles-Uni verlangt hat, so als Zeichen von Respekt für die Toten, die im jüdischen Friedhof unter den Uni-Fundamenten begraben liegen, dem Friedhof[15] der von den Deutschen zerstört wurde?

Schreiendes Schweigen

Eine der dunkelsten Seite der griechischen Linke ist ihre Haltung gegenüber der Vernichtung der griechischen Juden.

Nicht weil diese Linke ein Verbrechen begangen hat, sondern wegen einem sehr einfachen Grund: weil sie nichts gemacht hat. Absolut nichts. Und als ob es nicht schlimm genug wäre, hatten wir ein schreiendes Schweigen zu diesem Thema. Ein Schweigen, das über 60 Jahre andauert. Bis heute.

Wenn man die damalige illegale Widerstandspresse liest, die - das muss erwähnt werden - in tausenden von Exemplaren erschien, findet man richtigerweise ausführliche Berichte über die Verbrechen und die Bestialität der Besatzer. Nicht nur über deren Massenverbrechen sondern auch über deren täglichen Terror, Raub, Herrenmenschentum usw.

Je näher aber die Verhaftungstermine der griechischen Juden rücken, umso vergeblicher sucht der Leser nach Artikeln oder Korrespondenz bezüglich dieses entscheidenden Ereignisses. Und dabei sollte man bedenken, dass andere, Nicht-Widerstandszeitungen der damaligen Zeit, über dieses Ereignis berichteten.

Es ging also nicht um Unwissenheit, zumal die Verhaftungen und die Deportationen offen, vor der Augen des griechischen Christen stattfanden.

Und nicht bloß das, sondern noch schlimmer: Es gab nicht wenige Fälle, bei denen die griechischen Christen, wie die Aasgeier am frühen Morgen schon darauf warteten, dass ihre jüdischen Landsleute von den Deutschen abgeholt werden, damit sie deren Eigentum plündern konnten.

Sowohl in Korfu[16] als auch in Thessaloniki und anderen Städten hatten wir dieses ekelhafte Phänomen. Die Plünderungen waren so effektiv, dass die Deutschen sich gezwungen sahen, anzukündigen, das jeder der bei Plünderungen erwischt wird, an Ort und Stelle erschossen wird (natürlich haben sie es nicht aus humanitären Gründen gemacht, sondern aus disziplinarischen: Auch ihre größte Verbrechen mussten ordentlich ablaufen).

Für die griechische KP war, nach ihrem Aufruf an die Juden und andere Minderheiten in die Berge zu gehen - was von einigen Hunderten Juden befolgt wurde; sie kämpften in der Reihen von ELAS (Partisanenarmee) und EAM (nationaler Befreiungsfront) -, das Thema erledigt.

Obwohl seit Beginn des Krieges der Vernichtungsantisemitismus der Nazis offen artikuliert wurde (seit 1942 wurden in Griechenland die Juden gezwungen den gelben Davidstern zu tragen) und zumindest das Wissen über die Verfolgung der jüdischen Bevölkerung im besetzten Europa weit verbreitet war, hat sich nicht mal ein Baumblatt bewegt.

In Griechenland fanden die Deportationen später als in den anderen Ländern[17] statt. Zu einem Zeitpunkt als die Partisanenschlagkraft hier am höchsten war. In diesem Land, mit seiner sehr effektiven Partisanenarmee, wie der ELAS, mit seiner massenhaften Befreiungsfront, ist nichts passiert.

Ein einfacher Vergleich mit dem benachbarten Bulgarien zeigt das Ausmaß des Dramas: Als dort die Verhaftungen beginnen sollten, gab es eine breite Unterstützung durch das Volk und den Widerstand (obwohl der Widerstand zahlenmäßig wesentlich kleiner war als in Griechenland), mit dem Ergebnis, dass kaum Juden verhaftet werden konnten (über 90% wurden gerettet, während in Griechenland über 90% vernichtet wurden). Die Deutschen standen im wahrsten Sinne des Wortes mit leeren Händen da.

Genau das Gegenteil zu dieser unerklärlichen Tatenlosigkeit in Griechenland war die Haltung der griechischen Widerstandsbewegung während der Zwangsarbeiterrekrutierung: Mit massenhaften und kämpferischen Mobilisierungen und Protestdemonstrationen konnte die Zwangsrekrutierung gestoppt werden.

Warum geschah nicht dasselbe für die griechischen Juden?

Welche Beschlüsse wurden damals diesbezüglich durch die Führung der Bewegung gefasst?

Aus welchem Grund? Aus welchen Überlegungen?

Warum werden die Archive von damals nicht zugänglich gemacht, damit die historische Wahrheit ans Licht kommt?

Warum fragt niemand danach?

Denn wenn nichts dergleichen existiert, müssen wir schlussfolgern, dass sie das Schicksal ihrer Landsleute nicht interessierte. Weil sie für sie „die anderen“ waren.

 

Diese Fragen aber enden nicht hier, sondern fangen erst an. Bekanntlich haben die Besatzer bei den Regierungen der Länder, die sie eroberten, eine Art Besatzungssteuer in der Höhe des Bedarfs der deutschen Armee erhoben.

Das gleiche auch in Griechenland. Hier aber entstand ein wirtschaftliches Problem. Griechenland, mit damals 7 Millionen Einwohnern, konnte wegen der extremen Armut, die das Land plagte, und der galoppierenden Inflation, die Forderungen der Besatzer nicht so einfach erfüllen.

Die Deutschen und die damalige griechische Regierung mussten also drastische „Auspress-Maßnahmen“ gegen das griechische Volk ergreifen, mit allen Konsequenzen, die diese Maßnahmen mit sich bringen würden.

Das Problem hat Neubacher (Hitlers Abgesandter und zuständig für Griechenland) mit „Erfindungsgeist“ gelöst und der Militärverantwortliche für Thessaloniki, Offizier Max Merten (zusammen mit Brunner der Hauptverantwortliche für die Vernichtung der Juden von Thessaloniki) für beide Seiten auf schmerzfreie und lukrative Art und Weise umgesetzt: Durch Beschlagnahme des gesamten Reichtums der griechischen Juden.

Um dies als legal erscheinen zu lassen, musste dieser gestohlene Reichtum „gewaschen“ werden. Folgende Prozedur wurde angewandt: Der von den Deutschen (und den griechischen Kollaborateure) beschlagnahmte Reichtum der Opfer (Gold, Edelsteine, Edelschmuck, teure Teppiche usw.) in Höhe von insgesamt 1,7 Millionen englischen Liren[18] wurde der griechischen Regierung übergeben, die es wiederum an den Börsen von Thessaloniki und Athen zu Geld machte und damit ihre Schulden an die Deutschen bezahlte. Somit konnten die Deutschen für einen längeren Zeitraum die Bedürfnisse ihrer Armee abdecken.

So tragisch es also klingt, der gestohlene Reichtum der griechischen Juden hat das Leben von Tausenden griechischen Christen gerettet, denn sie würden - wenn die Deutschen die griechische Bevölkerung „ausgepresst“ hätten - aus Hunger usw. sterben!

An diesem riesigen wirtschaftlichen Unternehmen haben Hunderte Personen aus Banken, Finanzbehörden, Ministerien usw. teilgenommen, gar Tausende, wenn man Käufer und Händler, die mit wenig Geld sich bereichern konnten, noch einbezieht.

Für all das gibt es Fakten bei den Bankarchiven und anderswo, geschützt und behütet wie der Augapfel.

Warum werden nicht diejenigen genannt, die in dieser äußerst schmutzigen und gewinnbringenden Unternehmen mitgemacht haben?

Warum bleiben bis heute die Archive der „Bank von Griechenland“ und der „Nationalbank“ verschlossen?

Wer sind diejenigen, die Reichtum mit dem Reichtum der Opfer gemacht haben?

Welche politischen und wirtschaftlichen Clans werden mit der Veröffentlichung bloßgestellt?

Warum verlangt nicht die Linke (als die einzige, die mit all diesem Dreck nichts zu tun hatte) die Veröffentlichung der Akten ALLER Beteiligten?

Gibt es (und wenn ja, welche) Absprachen oder Vereinbarungen, das Ganze in der Amnesie der Geschichte zu lassen?

Wir dürfen nicht vergessen: Die System-Linke hat bereits in der jüngsten Vergangenheit schon mal Vereinbarungen getroffen, die Archive der Kollaborateure und Spitzeln zu vernichten... wg. nationaler Versöhnung.

Das Schlimmste: Vom gestohlenen Besitz wurde nach dem Krieg von den Deutschen nur 10% an die griechischen Juden zurückgegeben (die Deutschen haben beschlossen, nur die Überlebende oder deren Angehörige zu entschädigen). Da sie aber die Vernichtung so gründlich vollzogen haben, blieben nur noch 10% der Opfer oder deren Angehörige am Leben!

Es ist an der Zeit, einen Schlussstrich unter die Akte dieser schmutzigen Geschichte zu ziehen und zu fordern, die restlichen 90% an die Gemeinden der Opfer zurückzugeben.

Unendliche Geschichte

Andererseits existiert in Griechenland gegenüber dem Land mit den zivilisierten Bewohner, die damals die bekannten Armbinden trugen usw., eine Bewunderung und Verdeckung, ja eine Verdeckung der damaligen und heutigen Verbrechen.

Einige wenige Beispiele:

Als im April 2000 der damalige deutsche Präsident Rau Griechenland besuchte, gab es keine Proteststimmen gegen eine andere, ebenfalls vergessene Geschichte: Rau war in der Nachkriegszeit Parteigenosse des Rechtsanwalts Max Merten, des Schlächters der griechischen Juden von Thessaloniki. Deren Partei, die „Gesamtdeutsche Volkspartei“, wurde 1952 durch einen anderen engen Freund und späteren Verwandten von Rau, Gustav Heinemann, gegründet (die Ehefrau von Rau war die Enkelin von Heinemann). Merten wurde in Griechenland, bei einem „unachtsamen“ Besuch 1957, verhaftet und durch ein griechisches Gericht wegen seiner Verbrechen zu 25 Jahren Haft verurteilt.

Anschließend, unter dem Druck der deutschen Regierung, wurde er nach Deutschland abgeschoben, dort nach einem kurzen Prozess (und dank der juristischen und politischen Unterstützung durch Heinemann), freigelassen. Max Merten bekam von der deutschen Regierung eine reichliche Entschädigung für seine „ Strapazen im griechischen Gefängnis“ und Gustav Heinemann wurde 1969 deutscher Bundespräsident!

Anderes Beispiel:

Bekanntlich hat Griechenland eine geringfügige Entschädigung für die hunderttausende Opfer der deutschen Bestialität erhalten. Diese Akte ist seit langem auch für die Linke geschlossen, die Angriffe von 17N gegen deutsche Institutionen mit der Forderung nach Entschädigung, haben niemandem aus seiner Lethargie geweckt. Nur einige wenige, beharren auf dieser „unrevolutionären“ Forderung.

Aktuelles Beispiel:

Anlässlich des diesjährigen Jahrestages der Bombardierung von Dresden jammerte  „Rizospastis“, (aber auch andere linke Zeitungen) über „das Verbrechen der Engländer gegen die Zivilbevölkerung“, dabei fälschten sie auch noch die historische Wahrheit (Dresden war ein zentraler Umschlagsplatz für Kriegsmaterial, was insbesondere der Roten Armee Kopfzerbrechen[19] bereitete) und kauten die Propaganda der deutschen Neonazis nach (die wiederum zahlreiche Demos organisierten, mit genau dem gleichen Inhalt).

Aber auch unabhängig davon, ob Dresden strategische Bedeutung hatte oder nicht: „Als ich über Dresden flog und die Bomben warf, wusste ich nichts von Auschwitz. Hätte ich es damals schon gewusst, würde ich noch dreimal drüber fliegen“, sagte ein antifaschistischer englischer Pilot, Kriegsveteran.

Es scheint, dass das politische Kalkül über der historischen Verpflichtung steht. Heute gilt Deutschland als ein liberales, demokratisches Land (das sogar ab und zu sich gegen die USA stellt). Dies reicht anscheinend aus, um es mit Samthandschuhen anzufassen.

Noch schlimmer: Die einen bewundern seinen Fleiß, seine Sauberkeit, seine Wirtschaft, seine Technologie, sein Steuersystem. seine Ordnung und seine Disziplin (all das also, was im Holocaust seinen höchsten Ausdruck fand); die anderen bewundern die kämpferische deutsche Linke, deren revolutionären Theorien usw.

So erleben wir heute das ekelhafte Phänomen, die Nachkommen der Opfer zum Teufel zu jagen (oder nach deren Fantasie erneut zu den Krematorien) und die Täter zu bejubeln.

Solange also die Linke sich weigert, dieses heiße Eisen anzufassen;

solange sie so tut, als ob sie mit dieser dunklen Seite ihrer Geschichte nichts zu tun hat;

solange sie sich weigert, die Namen all derjenigen, die zum Erfolg des Holocaust auf die eine oder andere Weise beigetragen haben und auch derjenigen die daraus profitiert haben, anzugeben;

und schließlich solange sie sich bewusst und zielstrebig weigert, die Gründe für Israels Existenz zu verstehen, solange tut sie gut daran die Schnauze zu halten.

Café Morgenland                                                       Deutschland/Griechenland, 16.12.2005



[1] Jean Améry, ein linker Intellektueller, der erfahren hat, dass er ein Jude ist als die Deutschen ihn festnahmen, hat am Widerstand teilgenommen, wurde verhaftet und überlebte die Konzentrationslager, nicht aber die Verlogenheit der Nachkriegsgesellschaften: Er setzte am 1979 in Salzburg in Österreich seinem Leben ein Ende. Er schrieb viele Bücher und Texte, in denen er die postnazistischen Gesellschaften anprangerte.

[2] Zeitung der kommunistische Partei Griechenlands

[3] Als die Nationalsozialisten an die Macht kamen, betrug die jüdische Bevölkerung 1% der Gesamtbevölkerung in Deutschland.

[4] Spätestens hier kommt der Einwand, dass sie nur gegen die Führung Israels sind usw. (als ob die Gleichsetzung der israelischen Führung mit den Nazis weniger problematisch ist). Sie verschweigen dabei den Zustand, dass diese Führung von einer übergroßen Mehrheit unterstützt wird.  Sie, die den Arsch jedes „reingriechen“ lecken, um seine Wahlstimme zu bekommen. Selbst wenn wir diesen Widerspruch vergessen würden, erinnern wir uns nicht daran, dass die KPG (und die Mehrheit der Linke) je gegen die Vorfälle protestiert oder sie verurteilt hat, als junge Israelis, Proletarier, Schüler, junge Migranten und viele andere in die Luft gesprengt wurden.

[5] Diese wenigen Originalzitate, die wir erwähnen, repräsentieren nur ein paar Brösel des linken Antisemitismus.

[6] Ort, in dem die Partisanen – laut antikommunistischer Propaganda – hunderte, ja tausende Nationalgesinnter Griechen massakrierten.

[7] Wir bitten unsere Barbaren, unsere antikolonialen Genossen aufrichtig um Verzeihung für dieses Wort. Wir versichern ihnen, dass wir diesen Begriff als Metapher und nicht wörtlich verwendet haben, da wir a) uns prinzipiell nicht in die Koch- und Essgewohnheiten anderer Völker einmischen und b) betonen, dass uns ihre Überlegenheit in Sachen Humanität in Vergleich mit den zivilisierten Völker bewusst ist.

[8] Als die Kolonialherren fremde Länder besetzten, schenkten sie den Einheimischen Glasperlen, um sie zu besänftigen.

[9] Als der militärische Nachschub ausblieb, verlangten verzweifelt Hitlers Generäle den Schienentransport von Militärmaterial. Diese Forderungen erfüllte Hitler nicht, da er die Züge für die Deportation der Juden zu den Vernichtungslagern benötigte.

[10] Wir bedanken uns bei all denen, die uns (nach der Erstveröffentlichung) Informationen bezüglich des Antisemitismus der 17N geschickt haben, was uns zur erneuten Bewertung dieser Organisation führte. Dort wo wir die Ausnahme vermuteten, entdeckten wir die Regel.

[11] "Ich fange an, den französischen Antisemitismus zu verstehen, wenn ich sehe, wie diese Juden polnischen Ursprungs und mit deutschem Namen sich überall einschleichen, sich alles herausnehmen und sich überall vordrängen, bis sie die öffentliche Meinung der Stadt des Lichts (*Paris) bestimmen, auf die der simple Pariser so stolz ist ...“ (Engels, Friedrich, Brief an Paul Lafargue v. 22.Juli 1892, in: MEW 38, Berlin 1974, Seite 404 )

"Es ist mir jetzt völlig klar, dass er (Lassalle), wie auch seine Kopfbildung und sein Haarwuchs beweist, von den Negern abstammt, die sich dem Zug des Moses aus Ägypten anschlossen (wenn nicht seine Mutter oder Großmutter von väterlicher Seite sich mit einem Nigger kreuzte). Nun, diese Verbindung von Judentum und Germanentum mit der Negerhaften Grundsubstanz müssen ein sonderbares Produkt hervorbringen. Die Zudringlichkeit des Burschen ist auch niggerhaft" (Marx an Engels am 30. Juni 1862, in MEW, Bd 30, S.259).

[12] Wir empfehlen das Studium der Bakunin-Werke, z.B. „Gott und Staat

[13] Beide gehörten zu den Hauptinitiatoren der Gründung von SEKE: sie wurden 1924/1925 aus der Partei ausgeschlossen. Giona wurde 1943 in Auschwitz umgebracht.

[14] Über 10.000 (fast alle Überlebende) verließen Griechenland. Heute leben in Griechenland einige Tausend.

[15] Im Falle eines Abrisses der Uni: Der Friedhof hatte eine Fläche von 357.796 qm.

[16]Am Abend des 9. Juni 1944, am gleichen Tag also, als die Verhaftungen der Israeliten stattfanden, drang eine manische Meute in das jüdische Viertel ein, zertrümmerte Türen von Geschäften und Häuser und plünderte alles. Das Traurige bei diese Geschichte war, dass an diesen Plünderungen auch Ordnungsorgane teilgenommen haben.“ (Die Israeliten von Korfu, Korfu 1978, Ausgabe des Rates der Israelitische Gemeinde von Korfu, Seite 37).

[17] Die Verhaftungen und Deportationen der griechischen Juden fanden von 15. März bis 2. August 1943 statt. Insgesamt wurden 49.048 griechische Juden zu den Krematorien von Auschwitz und Bergen-Belsen deportiert.

[18] Aus „Hitlers Volksstaat“, Götz Aly, 2005

[19] In ein anderer Fall, bei der Bombardierung von Berlin, schrieb Churchill an Stalin: „Sagen Sie mir bitte, wann wir aufhören sollen Berlin zu bombardieren, damit genügend Quartiere für die Rote Armee übrig bleiben“.

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