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… über Agenten und Zionisten - antifa heißt
antipha-se -
Diejenigen, die
sich beim Prozess gegen Plevris
[i]
dezent raus hielten,
mussten, sei es auch nur wegen der Infragestellung ihre antifaschistischen
Werke durch einige ihre Anhänger, 8 Monate später ihre Abwesenheit
rechtfertigen.
Unsererseits
schrieben wir im November 2007: „Selbst
wenn 1% der antifa an ihre eigenen Parolen, wie „Pfoten weg von Migranten“
geglaubt hätten, würden sie sie umsetzen. Unsere Erfahrung verlangt, dass wir
sie auffordern, ihren Namen sofort und ohne Zeitverzug zu ändern. Kein Einziger
von denen, obwohl der Beginn des Prozesses am 5.9. bekannt war, erschien im
Gerichtssaal. Somit bewiesen sie ihren Hellenismus (ein so genannter
Antifaschismus gepaart mit Antisemitismus). Wenige Griechen haben es
vorgenommen bzw. sind zum Prozess gekommen. Andererseits, gerade mal ein paar
Leute, darunter bezeichnenderweise MigrantInnen haben eine historische
Sensibilität und Interesse, beim Prozess anwesend zu sein, gezeigt.
Offensichtlich lag die Abwesenheit – wie uns Genossen mitteilten - nicht an der
sommerlicher Hitze, sondern war Ausdruck der fehlenden Konsequenz, eine reale
antifaschistische Aktion und Artikulation durchzuführen“.
Begonnen hat es
mit dem „schweren Geschütz“, mit der Zeitschrift „Serajewo“ (wir müssen den
Leser darauf hinweisen, dass diese Zeitschrift mit der antifa nichts zu tun
hat), die ein Interview von Sharon aus dem Jahr 1982 veröffentlichte.
Subsumierend wurde folgende Absicht der Veröffentlichung verfolgt (freie
Wiedergabe): „Jetzt wo der Prozess gegen
Plevris stattfindet, achtet darauf, nicht in die Falle zu geraten, die Juden zu
unterstützen… es gibt zwar Antisemitismus in Griechenland, aber er ist
antiquiert… der Antisemitismus heute wird (auch) von Israel erzeugt, um den zionistischen
Rückkehrtraum zu verstärken“.
Wenn wir davon
ausgehen, dass diejenigen, die in der Antifa-Zeitschrift schreiben, keinerlei
Zugang zu staatlichen Geheimdokumenten haben, um solche (sinnlose) Plaudereien
über „Agentologie“ zu führen, kommen uns die Anschuldigungen einer andere große
linken Formation in diesem Lande in den Sinn: die der bekannten KPG, für die
alle ihre Gegner Agenten, Provokateure, Spitzel sind. Tatsächlich fragen wir
uns, wohin diese Rhetorik der eigenartigen antifa007 führen soll, wenn sie
nicht mal weiß, dass es aussichtslos ist, den ersten Platz in diesem Wettbewerb
der KPG wegnehmen zu können? Welches Bedürfnis erfüllt denen diese
„Agentologie“?
Liegt es an der
Ahnungslosigkeit oder - wie wir meinen - am Antisemitismus? Leider ist es auch eine weitere Inkonsequenz, dass
die antifa, anstatt ein breites Dach von Antifaschisten im ganzen Land, wie
anderswo auch, zu sein, es vorzieht, sich in einer bestimmte Richtung
einzukapseln und die ideologische Erbschaft aus dieser Richtung ins neue Umfeld
rüber zu retten... wir wissen trotzdem nicht, welchen Genuss sie dabei
empfindet…
Wir wissen
allerdings, mit welchem Scheiß sie den Antifaschismus bedient. Sie behauptet,
dass Plevris ein Agent sei. Kann sein, kann nicht sein. Was gewinnen wir
daraus? Werden wir uns beim EYP (nationaler
Und weil wir
völlig überzeugt sind, dass sie irgendetwas über den Holocaust gelesen haben,
dass sie irgendetwas von Auschwitz gehört haben, gehen wir davon aus, dass die
Stigmatisierung der griechischen Juden als Agenten Israels und deren Umtaufen
in „israelische Staatsbürger“ bewusst gemacht wird, da dies immer gut ankommt:
Sie träumen von antisemitischen Ansammlungen á la KPG/PAME unter den KIS-Büros
in der Gasse von Hirs, und zwar mit antifaschistischem Mantel. Mit ihrem
antifaschistischen Know-How ausgestattet, wissen sie zu gut wohin eine solche
Meuteansammlung führt.
KIS selber hat
versucht, als Nebenkläger aufzutreten, was bekanntlich durch das Gericht
untersagt wurde (anscheinend waren die Richter von der antifa ... oder von „Babylonien“
[iii]
). All das schreiben wir
nur, um eine Frage zu stellen: Die antifa stigmatisiert KIS, für Sachen die er
nicht gemacht hat. Welches Kampfmittel würde sie einsetzen, wenn er tatsächlich
der Motor der Anklage wäre (was wir uns gewünscht hätten)? Gewünscht, zumindest so lange wir nicht
imstande sind das schlimmste zu verhindern – und zwar gegen jeden Antisemiten,
z.B. Resalto, Goldene Morgen, KPG usw.
Es war überhaupt
kein Zufall, dass sie, um sich zu erklären, auf das Interview von Sharon aus
dem Jahr 1982 hingewiesen hat.
Die antifa in
Griechenland hat bewiesen, dass sie einen Beitrag für die Verewigung der
antisemitischen Stereotype in diesem Land leisten will.
Sie kam nicht zum
Prozess gegen Plevris, weil sie meinte, dass ein Antisemitismus-Problem in
Griechenland nicht existiert (genauso wie die sexistischen Genossen meinen,
dass kein Sexismus-Problem in der Szene existiert, genauso, wie die
LinkeMitteRechte meint, dass es kein Rassismus-Problem in der griechische
Gesellschaft gibt).
Der antifa
interessiert es nicht, ob sich die Juden dieses Landes durch dieses Subjekt
bedroht fühlen. Nicht nur interessiert es ihr nicht, sondern sie tut alles
dafür, dass all diejenigen, die es geschafft haben zu überleben, nicht unter
uns überleben sollen.
Das einzige mal,
wo sie mobilisiert hat, war es, als sie gegen diejenigen schreiben wollte, die
zum Prozess gegangen sind, und eventuell auch gegen einige ihre Anhänger, die
auf Distanz zu ihr gingen. Mit ihrem etwas verstaubten Argument wollte sie uns
überzeugen, warum sie nicht zum Prozess kam und begründete es mit einem
Interview von Ariel Sharon aus dem Jahr 1982!
Diese
antifaschistische Argumentation hat leider ihre ganze Fäulnis zu Tage
befördert, denn für einen Antifaschisten hätten mindestens 6 Millionen
Argumente genügt, um ihn zum Prozess hin zu bewegen!
Um von links zu
überholen, musste die antifa, nicht nur über die Rolle des Antisemitismus in
Griechenland ein paar Gedanken verlieren, sondern dagegen was unternehmen (wenn
man die ganze Zeit nur Serajewo liest, wie soll man da auch was vom Holocaust
verstehen. Höchstens Erkenntnisse über das, was dort „produziert“ wurde und wie
hoch dort der „Mehrwert“ war - aber was hat der Holocaust mit Antifaschismus zu
tun, oder?)
Es ist
offensichtlich, wir hatten es schon artikuliert: Wir sind im Prozess rein gegangen,
um uns, wenn auch nur juristisch (aber nicht nur), gegen den Antisemitismus von
Plevris zu stellen, weil sie (die antifa) nicht mal draußen war. Und sie weiß
zu gut, dass das Recht auch nicht mit Schweigen erlangt wird.
Stattdessen
schlafen sie unruhig, wenn andere sich an die Seite von KIS und gegen Plevris stellen. Es ist euer
Recht, euch als Teil der Meute zu definieren. Unsere Unverständnis ist nur: Was
hat das ganze mit Antifaschismus zu tun?
Es ist dieser
Monolith des verwurzelten Antisemitismus (der nach Auschwitz synonym mit der
Vernichtung ist) in dieser griechischen Gesellschaft, von links- bis
rechtradikal, die tausend und einen Anlass sucht, wie z.B. die der ehrlichen
Zeitschrift „Babylonien“
[v]
,
die sich im Namen
der Meinungsfreiheit als Unterstützer von Plevris angeboten hat, um die
Angriffe auf Juden zu rechtfertigen (die Angriffe laufen momentan auf der
sprachlichen Ebene oder beschränken sich auf Schändungen von jüdische Mahnmalen
und Friedhöfen, so als Vorbote zukünftiger schäbiger Pogrome).
Denn wir dürfen
nicht vergessen, dass all die Jahre, als diese „Plaudereien“ gegen die Albaner
stattfanden, der größte Teil der Grekoanarchisten/Grekolinken nicht nur nichts
dagegen unternommen hatte, sondern auf seine Weise mitmachte, indem sie linke,
revolutionäre Stigmata gegen die Albaner hinzufügte (Agenten von USA und UCK,
politisch ungebildet, kleinbürgerliche Ansichten, revolutionsunfähig und
Tausende anderer Attribute).
Die Albaner haben
sie erst entdeckt (so weit sie sie entdecken konnten), als sie erkannt haben,
dass sie politisch Vorteile bringen können, als sie also durch ihren revolutionären TÜV gegangen sind.
Es ist
bezeichnet, das was wir vorhin sagten: die antifa ersetzte das Wort Albaner
durch Migranten auch aus folgendem Grund: Migranten werden abstrakt und
allgemein als die Proletarier diese Gesellschaft betrachtet, was für die antifa
das Wichtigste ist. Dass sich der nationalistische Hass gegen die Albaner
richtet, ist im Bezug auf die Klassenzugehörigkeit zweitrangig, solange die
Chefs (Griechen) gegen die Arbeiter (Migranten) vorgehen. Etwas, was sowieso
nicht stimmt, da einige Albaner inzwischen Chefs geworden sind und andere in
der untersten Klassenstufe landeten. Trotzdem erfahren beide Kategorien den
griechischen Rassismus gleichermaßen
[vi]
.
Natürlich wäre es
besser, wenn diese Tabus durch eine antifaschistische Bewegung durchgesetzt
wären. So lange aber eine solche Bewegung nicht mal mit der Lupe zu sehen ist,
so lange werden wir jegliche Aktionen unterstützen, wo wir richtiger- oder
fälschlicherweise glauben, dass sie vielleicht, auch wenn sie unsere Ansichten
widersprechen, für eine kurze Zeit, für einige wenige, den vernichtenden
antisemitischen und rassistischen Hass bremsen könnten. Den Hass derer, bei
denen ihr schleimt und sie zu organisieren versucht.
Deswegen werden
wir ohne wenn und aber an der Seite der griechischen Juden stehen, an der Seite
von KIS, egal wie ihr ihn beschimpft und stigmatisiert.
Jener KIS, der es
für den Prozess nicht mal geschafft hat, eine Juristengruppe auf die Beine zu
stellen (anscheinend hatte Israel kein Geld zum Schicken gehabt).
Jener KIS, der
anstatt nur eines Prozesses gegen Plevris Tausende solcher führen könnte (nach
unseren vorläufigen Erkenntnissen etwa gegen halb Griechenland).
Und schließlich
jener KIS, der, wenn er vorhätte, Griechenland als antisemitisch anzuprangern
(wünschenswert!), alle jüdische Gemeinden innerhalb und außerhalb des Landes
über die berühmte jüdische Lobby mobilisiert hätte - aber wo versteckt sich zum
Teufel diese Lobby, über die sich alle mit Schaum vorm Mund so aufregen?
Der Zeitschrift „Antifa“ interessiert es offensichtlich
nicht, was die Griechen mit den MigrantInnen, den Juden oder mit dem
„Mazedonien“
[vii]
-Thema tun.
Anstatt sich mit
dem, was Tante Koula und Onkel Dimitris tagtäglich gegen die „Fremden“ tun, zu
beschäftigen, machen sie sich zuerst auf die Suche nach Agenten unter denen,
die unter dem Rassismus oder Antisemitismus leiden (und es gibt nicht wenige
Plevris, die so was unterstützen). Ein Tag vor dem Prozess (erste Instanz) gegen
Plevris, im Dezember 2007, hielten Faschistoiden auf Motorrädern unter dem
KIS-Büro Ausschau und verteilten Flyer mit keltischen Kreuzen usw. Allein diese
Tatsache hätte Tausende Antifaschisten mobilisieren müssen, die no-go-Areas für
Faschisten hätten schaffen können, sowie diese mit klaren materiellen
Argumenten um ihr Recht hätten bringen müssen.
Gegen Antisemitismus, egal wo er ausbricht!
Terminal 119
Café Morgenland
01/07/08
[i]
Plevris ist ein bekannter und
bekennender Faschist, der in seinem letzten Buch „Juden, die ganze Wahrheit“
die Vernichtung der europäischen Juden bejubelte (er kritisierte u.a. Hitler
für seine unvollständige Arbeit). Er tritt für die „Reinheit“ und „Säuberung“
der griechischen Nation von „fremden Elementen“ ein. Er wurde wegen Antisemitismus
und Volksverhetzung angeklagt (es war der erste Prozess in Griechenland wg.
Antisemitismus seit bestehen des griechischen Staates). Gegen die Verurteilung
(14 Monate mit 3-jähriger Bewährung) legte er Revision ein. Der
Revisionsprozess findet am 17.09.08 statt.
Bekanntlich wurden über 300 verletzt, Tausende durch die Hetzmeute in fast
allen Städten Griechenlands gejagt und angegriffen, Autos von Albanern wurden
demoliert und 2 Albaner wurden getötet (offiziell sprechen sie nur von einem
Toten). Unter den Verletzten waren auch 2 nichtalbanische Migranten. Anstatt
sich also den Kopf zu zerbrechen, um die Zielgenauigkeit zu verstehen, mit der
der Mob seine Opfer erkennen und aussuchen konnte (nicht nur unter den
Griechen, sondern auch unter den anderen MigrantInnen), da die
„Kollateralschäden“ dieser nächtlichen Kämpfe extrem gering waren, wie die Zahl
der Verletzten und der Angegriffenen zeigt, verfälschen und verheimlichen sie
die Realität , indem sie abstrakt und allgemein von Migranten reden und
jeglicher Hinweis auf die konkreten Opfer, auf die albanischen MigrantInnen in
ihren Plakaten eliminieren. Somit schmeißen sie selber ihre eigene Parole „wir
vergessen nie“ in den Mülleimer
[iii]
eine linksradikale Zeitschrift
[iv]
Februar 2003. Die
SEH (Schauspielergewerkschaft) bestreikt das „Staatstheater Nordgriechenland“.
[v]
„wenn
wir eine Antwort auf die Anklage der „antinazi-.Initiative“ geben sollten, dass
nämlich die Linke im Prozess abwesend war, dann würden wir uns fragen ob die Linke und die
antistaatliche Szene, wenn sie überhaupt teilnehmen würde, dann eher als … Unterstützungszeuge für den Angeklagten (darüber kann man diskutieren) auftreten
sollte“ schrieb „Babylonien“., um die sog. „Meinungsfreiheit“ zu
verteidigen.
Was das berühmte Argument der Meinungsfreiheit betrifft, würden wir
nochmals betonen,. dass dies nie abstrakt, sondern immer etwas Konkretes ist.
In diesem Fall fordert ihr das Recht, Faschist zu sein und die Ermordung von
Minderheiten propagieren zu dürfen.
Ihr zieht sogar eine chinesische Mauer zwischen der Vernichtung und der
Propagierung der Vernichtung, was nur in euren Köpfen existiert, da die
Vernichtung immer ihre Vorbereitung voraussetzt; ideologisch und propagandistisch,
sie ist sozusagen die Phase des Guillotinen-Entwurfs/design.
Genau diese Freiheit verlangt ihr für die Faschisten. Die Vernichtung ist
kein plötzliches Ereignis, das vom Himmel fällt, sondern ein Glied (und zwar
das zeitlich kürzeste) in einer langen Kette, die ohne alle ihre Glieder
unbrauchbar ist. Die deutschen Vernichter wussten dies zu gut, so dass sie mit
Körper und Seele an ihre Werk gingen. Sie hatten gar Wissenschaftler zu
Tausenden engagiert (sie ist die andere Freiheit, die Freiheit der
Wissenschaft), um mit ihren „wissenschaftlichen Studien“ die Minderwertigkeit
der jüdischen Rasse nachzuweisen, um ihre Opfer als schändliche Blutsauger im
gesunden deutschen Volkskörper zu stigmatisieren, aber auch die naturgegebene
Schädlichkeit der Roma, der Homosexuellen, der Geisteskranken usw.
nachzuweisen. Die Umsetzung dieser Meinungsfreiheit ist bekannt.
[vi]
siehe auch „Rassismus,
klassische Anarchismus und die Solidarität mit Migrantinnen“, in der 2. Ausgabe von Terminal 119.
[vii]
„Als
Diplomat habe ich versucht, das Bemalen von Hakenkreuzen auf der Fahne meiner
Heimat nicht persönlich zu nehmen. Jetzt wo ich sehe, wie sich die Griechen zum
„ekelhaften Amerikaner“ des Balkans entwickeln, muss ich mit mir kämpfen, um nicht „geschieht denen recht“ zu
murmeln.“ Brady Kisling,
ehemaliger US-Diplomat in Athen, bezüglich des Bemalens von griechische Fahnen
mit dem Hakenkreuz in Mazedonien (aus der Zeitschrift Afto, nr.19, April 2008)
[ix]
Der Stadtteil gilt aus Hochburg
der linksradikalen Szene. Letztes Jahr hat die Szene (zusammen mit der dortigen
Bürgerinitiative) beschlossen, die Junkies aus ihrem Stadtteil zu verjagen, was
durch organisierte linksradikale Schlägertrupps mit 100%-igen Erfolg
durchgesetzt wurde. Seitdem ist der Stadtteil clean.
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