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Die Exekution des Volkszorns
Nun ist Ruhe im Land der ex-Landser, der
ex-HJler, der ex-SSler und deren Bewältiger und Nachkommen eingekehrt: Serkan
hat seine 12 Jahre bekommen, Spyros muss sich mit 8,5 Jahren abfinden. Alles im geziemenden Rahmen des Volkszorns: „Ein
junger Typ und sein junger Kumpel greifen irgendwelchen Opa mit einem Messer in
der U-Bahn an. Persönlich interessiere ich mich nicht wo er herkommt oder wo er
die letzte 10 Jahren war, sondern will wissen wo er jetzt hingeht und die
nächste 10 bliebt“ schrieben sie in ihren linken Foren.
Die Münchener Strassen sind sicherer und
zugänglicher geworden. Das Land kann wieder aufatmen und die Sektkorken knallen
lassen (was es auch reichlich tut, siehe die Jubeltiteln und die Kommentare
danach). Die allseits befürchtete Milde der deutschen Justiz ist ausgeblieben
[1]
. Mann/Frau
kann wieder Vertrauen zu diesen Instanzen haben. Viel reibungsloser können nun
Integrationsprojekte angeschoben, Nichtintegrierbare abgeschoben usw. werden.
Diese drakonischen Strafen sollen „abschreckend“ wirken, hat man vernommen.
Betrachtet man aber das Urteil, indem man es mit den in sehr viel gravierenden
Fällen gefällten Urteilen einfach nebeneinander stellt, – z.B. mit dem in dem
im vergangenen Mai ebenfalls in Bayern, in Nürnberg-Fürth
[2]
gegen eine
Gruppe von Jungdeutschen wegen Mordversuchs in 42 Fällen geführten Prozess gefällten
Urteil, das auf drei bzw. fünfeinhalb Jahre Freiheitsstrafe lautete, die
teilweise auf Bewährung ausgesetzt wurde, – wird erst verständlich, was mit der
„Abschreckung“ tatsächlich gemeint ist: Der Versuch, 42 Kanaken abzufackeln
sowie jüdische Friedhöfe zu verwüsten ist was gaaanz Anderes als einen
76-jährigen, pensionierten deutschen Schulleiter der Generation H (mit J am
ende) in der U-Bahn zusammenzuschlagen. Wir haben verstanden.
Wobei die ganze Show mit dem Prozess und
dem ganzen formalen Kram unnötig war. Warum lange Prozesse, wenn kurze
effektiver sind, vor allem dann, wenn das Urteil schon längst gefällt ist?
Ihr über jeglichen Zweifel erhabenes
Urteil hatten sie ja mit der dazugehörenden Sicherheit herausgeschrieen: In
deren Foren, Gazetten und sonstigen Medien. Linke wie Rechte. Wobei die Linke
eher als Plagiatoren, als Nacheiferer des gesunden Volksempfindens, agierten,
während ihre ungeliebte Gefolgschaft erfrischender war, so wie es dem Original
gebührt.
Nach Veröffentlichung des Textes "Serkan hat keine Chance" machte eine Welle vom frischen Frontwind durch Schriften
und Foren ihre Runde oder erreichte direkt das CM-Wartezimmer (Email-Instanz),
hier eine repräsentative Auswahl (Fehler im Original):
Liebes
Morgenlandemusler!
Schöne
Grüße aus Österreich. Ich schlage vor, den Serkan und seinen Mitschläger
einfach einschläfern zu lassen, da eine Resozialisierung keinen Sicht macht und
auch wirtschaftlich nicht vertretbar ist.
Alle Familienmitglieder der
verhinderten Totschläger gehören ganz einfach abgeschoben und deren vorhandenes
Vermögen konfisziert, um damit den Schaden, den diese Koranferkel angerichtet
haben, wieder gutzumachen.
Das
wärs und ein christliches Grüß Gott aus Österreich
Mag.
Karl Mayrhofer
Kirchgasse
7
6700
Bludenz
Es geht uns dabei nicht darum, Thomas
Bernhards Spruch, „in jedem Österreicher
steckt ein Massenmörder“ nachzuweisen. Vielmehr wollen wir uns mit der
gebotenen Distanz auf den Inhalt dieser und anderer Botschaften eingehen
[3]
, um die
Parallelen zum linksdeutschen Gesocks aufzuzeigen.
Die diese Einlassung durchziehende Selbst-
und Urteilssicherheit wird durch die
Offenlegung nicht nur der Instinkte sondern auch des Namens und der
Privatadresse des Verfassers zusätzlich erhärtet und stolz zu Schau
gestellt. Das ist übrigens bei fast
allen Anderen auch der Fall. Logisch, denn niemand hat nach so vielen Jahren der
Vergangenheitsbewältigung bzw. Erinnerungsarbeit
[4]
etwas zu
befürchten. Warum denn auch? Zumal das „Einschläfern“
ein technisch machbarer und, wie er schreibt, wirtschaftlich lohnender Vorgang
darstellt.
Der Rest mit der Abschiebung und so ist
aber eher banal und wirkt angesichts der Tatsache, dass es inzwischen auch in
den besten Familien – ohne Alters- und Ideologiebeschränkung – zur
Alltagsnormalität gehört, täglich mehrfach „Abschiebung“ o.ä. zu fordern,
ziemlich abgestanden. Auch das
„Konfiszieren“ des Vermögens klingt ziemlich uncool, vor allem wenn man bedenkt, dass die Amis, die Russen
und die anderen Alliierten damals so was nicht OK fanden.
Was die ambitionierten Beschimpfungen, die
gerne anstößig, verrucht und verdorben klingen wollen, anbelangt, verdienen sie
zugegebenermaßen Anerkennung, verfehlen aber, muss man gleich hinzufügen, das
heiß ersehenes Ziel mächtig. Karl
muss sich halt in diesem Punkt einfach fügen. Seine literarisch bewanderteren
Geistesbrüder sind nun mal auf diesem Feld sehr viel besser, eben
avantgardistischer, was möglicherweise darauf zurückzuführen ist, dass ihr
deletärer Hass gegen Nichtdeutsche viel urwüchsiger, somit auch viel ehrlicher
ist. Die wundersame Tatsache, dass diese
Aufrichtigkeit, diese seelische Lauterkeit auch den mediokren Geist zu
beflügeln vermag, spricht für sich, braucht keine Beweismittel, deshalb soll folgende kleine Auswahl
lediglich zur Kontemplation dienen: „Ziegenficker“, „Dorfmullah“, „Koranferkel“,
„islamische Gebetsmeute“, „Morgenlandausländer“, „Morgenlandmusler“ usw.
Die Entscheidungsträger der
Multikultibranche
[5]
,
die sich längs – als staatlich konzessionierter Dienstleistungssektor – zu
einer der tragenden Säulen der deutschen Gesellschaft des neuen Millenniums
etabliert hat, reagierten erwartungsgemäß viel gesetzter und
konjunktursensitiver. Sie haben die
Tat als rassistischen Angriff verurteilt und sich schnell distanziert, kurz,
knapp, effizient etc. Denn der geschäftskundige Weitblick und die weltgewandte
Intuition ermöglichten den Routiniers die Früherkennung dessen, dass dieser
Fall nicht nur keinen Ertrag abwerfen würde, sondern auch Dimensionen aufweist,
die bei der kleinsten Unachtsamkeit extrem geschäftsschädigend auswirken
könnten. Im Nu rollten schäumende
Wellen von Umständen, die dieses Kalkül bestätigten. Selbst die harmlos kritischen Einwände
eines Zeit-Journalisten wurden zum furchterregenden Verhängnis.
Verlassen wir aber kurz die Domäne der
Plagiate und wenden wir uns abermals dem Original zu:
Von: gesa beuerbach [mailto:berndbeuerbach@alice-dsl.net]
Was
seid ihr denn für Geisteskranke?????????????
Die
Totschläger in der Münchener U-Bahn haben sich nur gewehrt??????????????????
Da
ich fürchte daß dies keine schlechte Satire ist, muß ich euch eine Therapie in
einer Psychiatrischen Anstalt empfehlen!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Das
kann man nicht mal mehr als linksradikalen pseudopolitischen Nazimüll
bezeichnen, der mit Joseph Goebbels Gedächtnispreis auszuzeichnen wäre, das ist
einfach nur krank!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
oder
Von: detlef_fessler@web.de [mailto:detlef_fessler@web.de]
Sag
mal, Du bist ja ein extremer Spinner. Hast Du schon einmal daran gedacht
ärztlichen Rat einzuholen? Vielleicht gibt es Pillen die Dir helfen.
Aber
ich befürchte Leuten, wie Dir ist nicht nicht zu helfen.
Liegt
es daran, dass Du ein Loser bist? Warst Du auch schon in der Schule ein
Versager?
Deine
Zukunft sehe in ich in den Strafvollzugsanstalten.
Das
ist doch auch eine Karriere. Wer sitzt am längsten?
Wundersam erstaunlich! Auch dem gewöhnlichsten
Deutschen fallen Gedanken von
dieser Genialität, dieser schöpferischen Erfindungskraft offensichtlich einfach
in den Schoss. Ein durchschnittliches Humanoid muss aber sich erst in die
deutsche Geschichte einlesen, um überhaupt die bloße Möglichkeit einer solchen
Idee in Erfahrung bringen zu können
[6]
. Die Idee, die sich in den obigen zwei
Botschaften ungezwungen und – einer kleinen, bescheiden vor sich hinsprudelnden
Quelle nicht unähnlich – absolut natürlich entfaltet, findet sich in schriftlicher
Form schon ab 1900 in Deutschland. Wissenschaftler bei der Deutschen
Gesellschaft für Rassenhygiene liefern die ersten infrastrukturellen
Vorarbeiten um 1914; in der bahnbrechenden kleinen Schrift „Die Freigabe der
Vernichtung lebensunwerten Lebens“ von zwei erlesenen Hochschullehrern im Jahre
1920 werden die Grundbegriffe konzipiert; das Preußische Ministerium für
Volkswohlfahrt unternimmt die ersten praktischen Schritte zur Umsetzung der
entwickelten Konzepte. Die Maßnahmen
wie das Eheverbot, die Zwangssterilisation, „Erbpflege“, „Verhinderung der
Fortpflanzung“, „ausmerzende Erbgutpflege“, „Abgrenzung der körperlich und
geistig Minderwertigen“, „ Gebrechlichenzählung“, die Registrierung der Geisteskranke, Menschen mit körperlichen
Anomalien, Epileptiker usw., „die Unfruchtbarmachung geistig und sittlich
Kranker und Minderwertiger“ gehören ohne Ausnahme zu der Zeit zwischen 1920 und
1930. Die Idee der Notwendigkeit
der Vertilgung Geisteskranker zur Läuterung und Reinhaltung der deutschen
Gesellschaft war also schon damals eine gesamtdeutsche Idee. Sie wurde –
einschließlich der SPD und Sozialisten – von allen Beteiligten des politischen
Spektrums gestaltet und getragen. Das, was in diesem Zusammenhang der
NS-Regierungszeit anerkennend gutgeschrieben werden müsste, ist allein die
Systematisierung, Rationalisierung und die kompromisslose Abwicklung des
Umsetzungsprozesses (die Aktion T4 / Aktion 14 f 13 o.ä.).
Andere wiederum beschränken sich auf die
Standardsituationen ein:
Von: miles.perpetuus@yahoo.de [mailto:miles.perpetuus@yahoo.de]
Wenn Dir hier im Scheiß Deutschland etwas
nicht passt!
HAU AB!!!
oder
Von: Steve Henderson [mailto:marquee99@gmx.de]
verpisst
euch Doch!
Niemand
wird euch vermissen.
Ansonsten die Klassiker:
Von: Bernd Turowski
[mailto:desmo-dream@t-online.de]
Bravo
zum Serkan -Artikel !
Bravo
! Für Eure abartige, linksfaschistische Menschenverachtung !
Wir
werden uns Eurer Worte erinnern !
oder die Ahnenforschung (ein sehr
beliebter Zeitvertreib, auch bei den Linksdeutschen):
Von: Erhard Storch
[mailto:erstor@nefkom.net]
Scheiss
Türken
manche empfehlen uns teuere Reisen:
Von: Peter Reicheneder [mailto:reicheneder@alice-dsl.net]
Haut
blos ab, wandert aus, am besten gleich auf dem Mond ihr Arschlöcher ;--))))
Wobei der berühmteste Nachkriegsspruch,
der mit den „jüdischen Freunden“, nicht fehlen darf, ansonsten wäre ja die
Palette unvollständig:
Von: Christian Wallrich [mailto:cwallrich@aol.com]
Geistige
Brandstifter und Volksverhetzer seid ihr... Ihr wollt keinen Frieden, sondern
HASS zwischen den Menschen schüren. Meine jüdischen und ausländischen Freunde
(Eechte Freunde) und ich, scheißen auf Euch. Ich wurde als Kind ständig schwer
misshandelt... Ja und? Wer Scheiße baut, steht dafür gerade..
Kriminelle
abschieben! Sofort!
Und wir entdeckten, dass die Teutonen
bestimmte Gegenden hassen, so dass der Spruch „die Deutsche sind zu Hause, fast überall auf der Welt“ offenbar
nicht immer gilt:
Von: Holzer [mailto:kurti@t-online.de]
warum
emigriert ihr nicht nach Grönland, wenn ihr dieses Land so abscheulich findet.
Was
muß ich selber für ein Versager sein, wenn ich meine Zeit mit erstellen einer
solchen Website verschwende
Grausam......
Übersehen werden dürfte in dieser kurzen
Botschaft selbstverständlich der kuriose Umstand nicht, dass das Konzept
der territorialen Lösung erneut aufgegriffen
wird.
Woanders demonstrierten die
Linksdeutschen, wie sie das Prinzip „Lernen für das Leben“ Wirklichkeit werden lassen. Sie verstehen ihre gymnasiale Ausbildung
genau dort zur Gänze zur Geltung zu bringen, wo sie glauben zu wissen, dass der
Hund begraben liegt: in der deutschen Spezialmathematik des Mythos der
„Tätergeneration“ nämlich. Dank dem
oft und gern gespielten Familienspiel „Mein
Opa war kein Nazi“ korrelierten sie zwar ziemlich behände das Alter des
Angegriffenen mit einem empfindlichen Zeitpunkt, der offensichtlich als
Schwelle eines entscheidenden Übergans postuliert wird, übernahmen sich aber
dabei wohl wegen allzu großer Eifer
mit ihrer Rechenfertigkeit. Diejenigen, die sich in die Tiefen dieser
Spezialmathematik nicht trauten, fanden, aus der Not eine Tugend machend, einen
effektiveren Weg, und verlangten von uns schlicht und einfach den HJ-Ausweis des Betroffenen als Nachweis:
„Naja, man muss schon bedenken, dass ein
80-jähriger ‘45 gerade mal 17 war. Die meisten Rentner sind also inzwischen
kaum noch zur “Tätergeneration” zu zählen.“
…
„Ich kann mich Crash nur anschliessen, der
Münchner Rentner war meines Wissens 76, d.h. bei Kriegsende gerade mal 14.
… manche schummelten
„oja.
der naziopa aus der hj. kleine rechnung für das cafe...
.. andere, die exaktes Wissen über CM zu
haben glauben, gaben sich in Sachen Lagerfeuer-rumlungern der eigenen Opas und
Omas als völlig ahnungslos:
„niemand
kennt Brunno N. Aber alle wissen über ihm Bescheid“ (JW, Bahamas)
Die Eile, die Geborgenheit und die Vernichtungsemotionalität, die sich
hier mit der inflationären Nutzung von Sonderzeichen, notgedrungen (soll
heißen, wg. unerlaubten alternativen) zufrieden geben müssen, verbergen eine
hitzige Kälte, die nur in Deutschland, nur von Deutschen produziert werden
kann.
Es liegt uns fern, weder deren
Mathedefizite zu rügen, noch den Indiziensammler zu spielen, zumal uns – im
Gegensatz zu den meisten der Schreiber
[7]
– der
familiäre Zugang verwehrt bleibt. Daher müssen wir – zum x-ten mal – eher auf
diese verdammte und ad acta gelegte Geschichte hinweisen, die weder durch
Schönrechnerei noch durch Ahnungslosigkeit getilgt werden kann:
Gliederung
innerhalb der Hitler-Jugend:
Geschlecht Männlich weiblich
Alter:
10-14 Jahre Deutsches
Jungvolk (DJ) Jungmädelbund
(JM)
Alter:
14-18 Jahre Hitler-Jugend
(HJ) Bund
Deutscher Mädel (BDM)
Der
Übergang vom Jungvolk zur eigentlichen Hitler-Jugend geschah immer am 20.April
jedes Jahres (Geburtstag des Führers)
Und obwohl uns Bewusst ist, dass es
hierzulande absolut keine Rolle spielte, spielt und spielen wird, was ein
solcher „Abschaum“ wie Serkan sagt, notieren wir trotzdem
vollständigkeitshalber einen Abschnitt aus seiner Aussage, sowie eine Passage
aus einem taz-Bericht:
„Zu
dem Angriff sei es gekommen, nachdem L. vom späteren Opfer Bruno N.
aufgefordert wurde, seine Zigarette auszumachen. Daraufhin beschimpfte L. den
Rentner laut Anklage als "scheiß Deutscher". Beim anschließenden Halt
der U-Bahn seien alle drei gleichzeitig ausgestiegen. A. ließ über seinen
Anwalt erklären, der Rentner habe ihn mit den Worten: "Ihr seid das Volk, das
hier Stress macht und rausgehört" beschimpft. Daraufhin sei er
spontan hinter dem Mann hinterher gerannt, habe ihn mit dem Ellenbogen
umgestoßen und getreten.“
(Aus Serkans Geständnis im Prozess, AFP 23.6.08)
„Und
N. habe auch ein Problem mit Ausländern gehabt, erinnert sich Horn, der
ehemalige Schüler der Klasse 10 D: “In der 10. Klasse kam er im Sommer einmal ins
Klassenzimmer, es ging um Hitzefrei. Beim Rausgehen hat er kurz in die Hände
geklatscht und gemeint: ‘Das ist aber eine schlechte Akustik hier. Wir müssen ein paar
Neger in die Ecke stellen!” Sie hätten einen farbigen Mitschüler in
der Klasse gehabt, erinnert sich Horn"
Der Jörg Friedrich der „anti“deutschen
(Wertmüller), beschreibt in seiner Blockwart-Zeitschrift (Bahamas) den
alltäglichen Terror der Kanakengangs („Werwölfe“ genannt nach seinem vertrauten
Jargon), die wild um sich schlagen, die die Strassen und Gegenden seines Landes
unsicher machen, die wahllos Antirassisten und sogar demnächst Angehörige der
eigenen Sippe zusammenschlagen oder umbringen würden. Es sind diese unendlichen Ängste und
Projektionen, die laut Polizei-Jargon als „subjektives
Sicherheitsempfinden der Bürger“ bezeichnet werden, d.h., es ist zwar nicht
so, aber der Bürger empfindet es so (vor allem der Spießbürger).
In der Zeit der Kampagne bis zum Prozess
ereigneten sich Allerlei im Lande. Große und kleinere Skandale und Angriffe.
Nehmen wir nur zwei aus verschiedenen Feldern beispielhaft heraus:
Alice Schwarzer, die der Journalist Henryk
M. Broder (er erhielt 2007 den Börne
[8]
-Preis),
früher mal als „linke Antisemitin“, die „sich mit Leni Riefenstahl
solidarisiert“, bezeichnete,
erhielt am 4. Mai 2008 eben diesen gleichen Börne-Preis
[9]
. Gegen die
Kämpferin für „Polizeifeminismus“ (Doña Carmen
[10]
) aber,
gegen die Fanatikerin der Abschiebung der ausländischen Prostituierten, die von
ihr auch noch übelst rassistisch
[11]
attackiert
werden, wird nicht polemisiert, geschweige den protestiert. Es geht so zu sagen
durch… Wie vieles, viel zu vieles Andere auch.
Nehmen wir an, das wäre eine Nummer zu
groß für die unbedeutenden Linksdeutsche, die Erfahrungsgemäß solche Fälle den
Direktbetroffenen überlassen, und halten wir Ausschau nach kleineren,
Lokalnachrichten, nach etwas, was mit Serkans Schandtat vergleichbar wäre:
„Ein zehn Jahre altes Mädchen ist am Montagabend auf einem
Spielplatz in Hohenschönhausen von einer 30 Jahre alten Frau geschlagen
worden... Dabei kam es zunächst zu einem Wortgefecht zwischen der 30-Jährigen
und dem aus Afghanistan stammenden Mädchen.
Im weiteren Verlauf der Auseinandersetzung hat dann nach
ersten Ermittlungsergebnissen der Polizei die 30-Jährige begonnen, auf das
Mädchen einzuschlagen. Dabei soll die Frau dem Mädchen zweimal mit der Faust
gegen den Kopf geschlagen haben. Zudem habe die Frau das Kind auf Grund seiner
Hautfarbe massiv beleidigt.
Spielplatzbesucher hatten das Geschehen beobachtet und
gegen 19.30 Uhr die Polizei alarmiert. Die Mutter des Mädchens zeigte sich
gegenüber den Beamten fassungslos über die Attacke gegen ihre Tochter. Sie
selbst habe wegen ihrer Herkunft Angst gehabt, gegen die 30 Jahre alte Frau
vorzugehen und habe es daher vorgezogen, lediglich ihre Tochter vor weiteren
Schlägen zu schützen“. (Berliner Morgenpost, 14.5.08)
Dass in solchen Fällen kein Aufschrei,
keine herzzerreißenden Kommentare, keine Live-Berichterstattungen, hitzige
Diskussionen usw. stattfinden, ist absolut verständlich und nachvollziehbar:
Weil es sich in diesen Fällen um Kanakenbrut handelt, weil die Täterin, eine
ganz normale deutsche Mutter in der Blüte ihrer Gebärfähigkeit, gerade mal 30
ist, weil die Sensibilität mit Kindern in erster Linie dann auftritt, wenn das
Design stimmt (blond, blauäugig…), wenn es sich also um „wertvollere“ Kinder
handelt. Weil schließlich der
öffentliche Diskurs, weder von den afghanischen Müttern noch von den Serkans in
diesem Land der unbegrenzten Hässlichkeiten bestimmt wird, sondern von 'Uli's
und 'Fritz's, egal welcher Couleur.
Keine Rolle spielen dabei irgendwelche
Kriterien, wie z.B. die Häufigkeit der Vorfälle oder die Brutalität der Tat
usw.
Spitzen wir es zu: Bekanntlich wird die
Öffentlichkeit allmonatlich damit konfrontiert, dass irgendwelche deutsche
Väter oder deutsche Mütter (und zwar quer durch alle sozialen Schichte) ihre
Kinder umbringen oder so stark misshandeln, dass sie an den Folgen der
Misshandlung sterben. Wenn jemand nun auf die Idee käme, dies als allgemeine Tendenz
und Massenphänomen dieser Gesellschaft und seiner Population anzuprangern und
vergleichbare – wie gegen den wilden um sich schlagenden Jungkanaken –
Maßnahmen zu fordern (z.B. Erziehungscamps für Erziehungsberechtigte), würde er
bestenfalls gelyncht.
Die Nationale Erhebung der Deutschen
begann mit der Wiedervereinigung und setzt sich fort bei jeder sich bietenden
Gelegenheit, vor Flüchtlingsheimen, auf der Asche von abgebrannten
Kanakenhäusern und Flüchtlingsunterkünften, auf verkohlten Leichen, in
Altlastbewältigungsaufsätzen, auf dem Erlegen und
medialjuristischen Ausschlachten von Jungkanaken, in Gaga-Veranstaltungen der alten und neuen Lamaisten (!)
und ESSoterikern, in WM- und EM-Ekstasen, in antizionistischen
(=antisemitischen) aber auch in philosemitischen (=antisemitischen)
Dunstkreisen, am Arbeitsplatz, in den Foren oder auf der Strasse.
Die Botschaft ist klar: Nicht das, was
gesagt und getan wird, ist relevant, sondern wer es sagt und tut. Und vor allem wird darin wie eh und je
verkündigt: die eiserne Entschlossenheit, das geschundene deutsche Volk zu
schützen. So kündigte der
bayerischer Innenminister gleich nach dem ersehnten Urteil an: „Wer „Scheiß
Deutscher“ sagt, stellt sich gegen die deutsche Gesellschaft“ (dabei darf nicht
übersehen werden, dass die Betonung auf „wer“ liegt).
Überall in Europa wird der Volkszorn
aktiviert: In Italien wird Fallacis Erbe („Zelte anzünden“) wörtlich
ausgeschlachtet, diesmal gegen die dort lebenden Roma, in Spanien sind die
Mauren-Nachkommen dran, in Griechenland die Albaner, in Slowakei wieder mal die
„Zigeuner“ und überall die Juden.
Gewiss, ganz Europa ist eine stinkende
Kloake, aber Deutschland bleibt unangefochten ihre Hauptzufuhr.
Café Morgenland, 09.07.2008
[1]
Wir können es selbstverständlich
denjenigen immer rarer werdenden belesenen und geschichtsbewussten Deutschen
gar nicht übel nehmen, dass sie sich gefragt hatten, ob Befürchtungen dieser
Art überhaupt gerechtfertigt gewesen seien.
Das zeitgenössische deutsche Rechtswesen
wurde zwischen den Jahren 1933 und 1945 unter großen Schwierigkeiten und dank
aufopferungsbereitem Engagement der deutschen Juristen auf die Beine gestellt.
Das war eine Knochenarbeit – darf ruhig wörtlich genommen werden. Die Anzahl der verhängten Todesstrafen,
z.B. mussten sich zwischen 1937 und 1945 verhundertfachen. Also spätestens dann hatte sich das
System stabilisiert und soweit gestrammt, dass ihm niemand mehr „Weichheit“,
„Milde“ oder sonstiges Übel
nachsagen konnte. Die bestehende
deutsche Rechtsordnung zog sich letztlich in der zweiten Hälfte des 20.
Jahrhunderts auf eben diesem gestählten Fundament der deutschen – darf ruhig
wörtlich genommen werden – Rechtsgelehrten hoch. Also fällt uns schwer, was dagegen zu
sagen, wenn behauptet wird, dass es eine Fehleinschätzung sei, dass man von der
deutschen Justiz despektierlich spreche, indem man z.B. ihr „Milde“ nachsage.
[2]
Prozess gegen Neonazis
[3]
die glücklicherweise nur in Form von Bits
und Bytes an uns herangetragen wurden.
[4]
„In Deutschland ist die Erinnerung, die
höchste Form des Vergessens“ (Eike Geisel)
[5]
Mit ihren vielfältigen
betriebssportlichen Aktivitäten und Einrichtungen wie halt „Antiglobalisierung“,
„Friedensbewegung“, „Antifa“, „Anti-Atom“
etc.
[6]
Das tröstliche dabei ist, dass die
Lektüre überhaupt nicht zeit- und energieaufwendig ist, man braucht nach den
Spuren dieser Idee überhaupt nicht zu suchen, weil das, was diesbezüglich
allgegenwärtig ist, keine ‚Spur‘en, sondern behäbig dicke Stränge sind, die von jeher den sozialen
Zusammenhalt im deutschen Lande zu zeitigen scheinen.
[7]
„Als "Deutsch" muß man/frau erzogen werden "mit den Bilder des Opas in SS-Uniform", mit der
75-jährigen Oma "die immer noch
stolz auf das Hakenkreuz in ihrem Führerschein ist". Mit der
stillschweigenden Hinnahme, daß am Familientisch während des Abendbrots, ein
(wahrscheinlich) Mörder (so genau weiß man/frau es nicht, weil nicht danach
gefragt wird) dabei sitzt usw.“ (aus
„von deutschen Standpunkte und andere Verbrechen“, CM 1998)
[8]
Carl Lundwig Börne, geboren am 6.5. 1786 im
jüdischen Ghetto von Frankfurt, Journalist, Theaterkritiker und Literat. Er
starb am 12. 3.1837 in Paris. Er gilt als Wegbereiter der literarischen Kritik,
insbesondere des Feuilletons
[9]
EMMA schreibt von „den kleinen
versteckten Konzentrationslager(n), errichtet von Tyrannen, die über ihre
Familie herrschen“. (EMMA, Jan/Febr. 2004, S.88)
[10]
Doña Carmen e.V. Verein für soziale und politische Rechte
von Prostituierten
[11] A. Schwarzer: „Zuhälter kommen häufig aus den
Ex-Militärdiktaturen Osteuropas, knapp jeder fünfte ist inzwischen Türke,
Tendenz steigend.“ schrieb sie im Jahr 2000. Aber auch das für sie
faszinierende Motto „Arbeit zuerst für Deutsche“ darf nicht fehlen, denn laut A.
Schwarzer, „Was den deutschen Prostituierten heute so besonders zu schaffen
macht, sind einerseits die willigen, billigen Ausländerinnen… „ (Aus Doña Carmen)
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