Café Morgenland

Die Exekution des Volkszorns

 

 

 

Nun ist Ruhe im Land der ex-Landser, der ex-HJler, der ex-SSler und deren Bewältiger und Nachkommen eingekehrt: Serkan hat seine 12 Jahre bekommen, Spyros muss sich mit 8,5 Jahren abfinden. Alles im geziemenden Rahmen des Volkszorns: „Ein junger Typ und sein junger Kumpel greifen irgendwelchen Opa mit einem Messer in der U-Bahn an. Persönlich interessiere ich mich nicht wo er herkommt oder wo er die letzte 10 Jahren war, sondern will wissen wo er jetzt hingeht und die nächste 10 bliebt“ schrieben sie in ihren linken Foren.

 

Die Münchener Strassen sind sicherer und zugänglicher geworden. Das Land kann wieder aufatmen und die Sektkorken knallen lassen (was es auch reichlich tut, siehe die Jubeltiteln und die Kommentare danach). Die allseits befürchtete Milde der deutschen Justiz ist ausgeblieben [] . Mann/Frau kann wieder Vertrauen zu diesen Instanzen haben. Viel reibungsloser können nun Integrationsprojekte angeschoben, Nichtintegrierbare abgeschoben usw. werden. Diese drakonischen Strafen sollen „abschreckend“ wirken, hat man vernommen. Betrachtet man aber das Urteil, indem man es mit den in sehr viel gravierenden Fällen gefällten Urteilen einfach nebeneinander stellt, – z.B. mit dem in dem im vergangenen Mai ebenfalls in Bayern, in Nürnberg-Fürth [] gegen eine Gruppe von Jungdeutschen wegen Mordversuchs in 42 Fällen geführten Prozess gefällten Urteil, das auf drei bzw. fünfeinhalb Jahre Freiheitsstrafe lautete, die teilweise auf Bewährung ausgesetzt wurde, – wird  erst verständlich, was mit der „Abschreckung“ tatsächlich gemeint ist: Der Versuch, 42 Kanaken abzufackeln sowie jüdische Friedhöfe zu verwüsten ist was gaaanz Anderes als einen 76-jährigen, pensionierten deutschen Schulleiter der Generation H (mit J am ende) in der U-Bahn zusammenzuschlagen. Wir haben verstanden.

 

Wobei die ganze Show mit dem Prozess und dem ganzen formalen Kram unnötig war. Warum lange Prozesse, wenn kurze effektiver sind, vor allem dann, wenn das Urteil schon längst gefällt ist?

Ihr über jeglichen Zweifel erhabenes Urteil hatten sie ja mit der dazugehörenden Sicherheit herausgeschrieen: In deren Foren, Gazetten und sonstigen Medien. Linke wie Rechte. Wobei die Linke eher als Plagiatoren, als Nacheiferer des gesunden Volksempfindens, agierten, während ihre ungeliebte Gefolgschaft erfrischender war, so wie es dem Original gebührt.

 

Nach Veröffentlichung des Textes "Serkan hat keine Chance" machte eine Welle vom frischen Frontwind durch Schriften und Foren ihre Runde oder erreichte direkt das CM-Wartezimmer (Email-Instanz), hier eine repräsentative Auswahl (Fehler im Original):


Von: Mayrhofer Karl [mailto:mayrhofer.karl@vol.at]
Gesendet: Samstag, 12. Januar 2008 21:19
An: cm@cafemorgenland.net
Betreff: Serkan

 

Liebes Morgenlandemusler!

 

Schöne Grüße aus Österreich. Ich schlage vor, den Serkan und seinen Mitschläger einfach einschläfern zu lassen, da eine Resozialisierung keinen Sicht macht und auch wirtschaftlich nicht vertretbar ist.

 

Alle Familienmitglieder der verhinderten Totschläger gehören ganz einfach abgeschoben und deren vorhandenes Vermögen konfisziert, um damit den Schaden, den diese Koranferkel angerichtet haben, wieder gutzumachen.

 

Das wärs und ein christliches Grüß Gott aus Österreich

 

Mag. Karl Mayrhofer

Kirchgasse 7

6700  Bludenz

 

Es geht uns dabei nicht darum, Thomas Bernhards Spruch, „in jedem Österreicher steckt ein Massenmörder“ nachzuweisen. Vielmehr wollen wir uns mit der gebotenen Distanz auf den Inhalt dieser und anderer Botschaften eingehen [] , um die Parallelen zum linksdeutschen Gesocks aufzuzeigen.

Die diese Einlassung durchziehende Selbst- und  Urteilssicherheit wird durch die Offenlegung nicht nur der Instinkte sondern auch des Namens und der Privatadresse des Verfassers zusätzlich erhärtet und stolz zu Schau gestellt.  Das ist übrigens bei fast allen Anderen auch der Fall. Logisch, denn niemand hat nach so vielen Jahren der Vergangenheitsbewältigung bzw. Erinnerungsarbeit [] etwas zu befürchten. Warum denn auch? Zumal das „Einschläfern“ ein technisch machbarer und, wie er schreibt, wirtschaftlich lohnender Vorgang darstellt.

 

Der Rest mit der Abschiebung und so ist aber eher banal und wirkt angesichts der Tatsache, dass es inzwischen auch in den besten Familien – ohne Alters- und Ideologiebeschränkung – zur Alltagsnormalität gehört, täglich mehrfach „Abschiebung“ o.ä. zu fordern, ziemlich abgestanden.  Auch das „Konfiszieren“ des Vermögens klingt ziemlich uncool, vor allem wenn  man bedenkt, dass die Amis, die Russen und die anderen Alliierten damals so was nicht OK fanden.

 

Was die ambitionierten Beschimpfungen, die gerne anstößig, verrucht und verdorben klingen wollen, anbelangt, verdienen sie zugegebenermaßen Anerkennung, verfehlen aber, muss man gleich hinzufügen, das heiß ersehenes Ziel mächtig.  Karl muss sich halt in diesem Punkt einfach fügen.  Seine literarisch bewanderteren Geistesbrüder sind nun mal auf diesem Feld sehr viel besser, eben avantgardistischer, was möglicherweise darauf zurückzuführen ist, dass ihr deletärer Hass gegen Nichtdeutsche viel urwüchsiger, somit auch viel ehrlicher ist.  Die wundersame Tatsache, dass diese Aufrichtigkeit, diese seelische Lauterkeit auch den mediokren Geist zu beflügeln vermag, spricht für sich, braucht keine Beweismittel,  deshalb soll folgende kleine Auswahl lediglich zur Kontemplation dienen: „Ziegenficker“, „Dorfmullah“, „Koranferkel“, „islamische Gebetsmeute“, „Morgenlandausländer“, „Morgenlandmusler“ usw.

 

Die Entscheidungsträger der Multikultibranche [] , die sich längs – als staatlich konzessionierter Dienstleistungssektor – zu einer der tragenden Säulen der deutschen Gesellschaft des neuen Millenniums etabliert hat, reagierten erwartungsgemäß viel gesetzter und konjunktursensitiver.  Sie haben die Tat als rassistischen Angriff verurteilt und sich schnell distanziert, kurz, knapp, effizient etc. Denn der geschäftskundige Weitblick und die weltgewandte Intuition ermöglichten den Routiniers die Früherkennung dessen, dass dieser Fall nicht nur keinen Ertrag abwerfen würde, sondern auch Dimensionen aufweist, die bei der kleinsten Unachtsamkeit extrem geschäftsschädigend auswirken könnten.  Im Nu rollten schäumende Wellen von Umständen, die dieses Kalkül bestätigten.  Selbst die harmlos kritischen Einwände eines Zeit-Journalisten wurden zum furchterregenden Verhängnis.

 

Verlassen wir aber kurz die Domäne der Plagiate und wenden wir uns abermals dem Original zu:

 

Von: gesa beuerbach [mailto:berndbeuerbach@alice-dsl.net]
Gesendet:
Dienstag, 10. Februar 1998 07:05
An: cm@cafemorgenland.net
Cc: beuerbach@yahoo.de
Betreff:
serkan

 

Was seid ihr denn für Geisteskranke?????????????

Die Totschläger in der Münchener U-Bahn haben sich nur gewehrt??????????????????

Da ich fürchte daß dies keine schlechte Satire ist, muß ich euch eine Therapie in einer Psychiatrischen Anstalt empfehlen!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Das kann man nicht mal mehr als linksradikalen pseudopolitischen Nazimüll bezeichnen, der mit Joseph Goebbels Gedächtnispreis auszuzeichnen wäre, das ist einfach nur krank!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

 

oder

 

Von: detlef_fessler@web.de [mailto:detlef_fessler@web.de]
Gesendet:
Dienstag, 15. Januar 2008 20:19
An: cm@cafemorgenland.net
Betreff:
Serkan

 

Sag mal, Du bist ja ein extremer Spinner. Hast Du schon einmal daran gedacht ärztlichen Rat einzuholen? Vielleicht gibt es Pillen die Dir helfen.

Aber ich befürchte Leuten, wie Dir ist nicht nicht zu helfen.

Liegt es daran, dass Du ein Loser bist? Warst Du auch schon in der Schule ein Versager?

Deine Zukunft sehe in ich in den Strafvollzugsanstalten.

Das ist doch auch eine Karriere. Wer sitzt am längsten?

 

Wundersam erstaunlich! Auch dem gewöhnlichsten Deutschen  fallen Gedanken von dieser Genialität, dieser schöpferischen Erfindungskraft offensichtlich einfach in den Schoss. Ein durchschnittliches Humanoid muss aber sich erst in die deutsche Geschichte einlesen, um überhaupt die bloße Möglichkeit einer solchen Idee in Erfahrung bringen zu können [] .  Die Idee, die sich in den obigen zwei Botschaften ungezwungen und – einer kleinen, bescheiden vor sich hinsprudelnden Quelle nicht unähnlich – absolut natürlich entfaltet, findet sich in schriftlicher Form schon ab 1900 in Deutschland. Wissenschaftler bei der Deutschen Gesellschaft für Rassenhygiene liefern die ersten infrastrukturellen Vorarbeiten um 1914; in der bahnbrechenden kleinen Schrift „Die Freigabe der Vernichtung lebensunwerten Lebens“ von zwei erlesenen Hochschullehrern im Jahre 1920 werden die Grundbegriffe konzipiert; das Preußische Ministerium für Volkswohlfahrt unternimmt die ersten praktischen Schritte zur Umsetzung der entwickelten Konzepte.  Die Maßnahmen wie das Eheverbot, die Zwangssterilisation, „Erbpflege“, „Verhinderung der Fortpflanzung“, „ausmerzende Erbgutpflege“, „Abgrenzung der körperlich und geistig Minderwertigen“, „ Gebrechlichenzählung“, die Registrierung der  Geisteskranke, Menschen mit körperlichen Anomalien, Epileptiker usw., „die Unfruchtbarmachung geistig und sittlich Kranker und Minderwertiger“ gehören ohne Ausnahme zu der Zeit zwischen 1920 und 1930.  Die Idee der Notwendigkeit der Vertilgung Geisteskranker zur Läuterung und Reinhaltung der deutschen Gesellschaft war also schon damals eine gesamtdeutsche Idee. Sie wurde – einschließlich der SPD und Sozialisten – von allen Beteiligten des politischen Spektrums gestaltet und getragen. Das, was in diesem Zusammenhang der NS-Regierungszeit anerkennend gutgeschrieben werden müsste, ist allein die Systematisierung, Rationalisierung und die kompromisslose Abwicklung des Umsetzungsprozesses (die Aktion T4 / Aktion 14 f 13 o.ä.).

 

 

Andere wiederum beschränken sich auf die Standardsituationen ein:

 

Von: miles.perpetuus@yahoo.de [mailto:miles.perpetuus@yahoo.de]
Gesendet:
Samstag, 12. Januar 2008 17:26
An: cm@cafemorgenland.net
B
etreff:
Sofortige Freilassung von Serkan und Spyros!

 

Wenn Dir hier im Scheiß Deutschland etwas nicht passt!

HAU AB!!!

 

oder

 

Von: Steve Henderson [mailto:marquee99@gmx.de]
Gesendet:
Samstag, 12. Januar 2008 02:22
An: cm@cafemorgenland.net
Betreff:
Wenn es in Deutschland so schlimm ist...

 

verpisst euch Doch!

Niemand wird euch vermissen.

 

 

Ansonsten die Klassiker:

 

Von: Bernd Turowski [mailto:desmo-dream@t-online.de]
Gesendet: Samstag, 12. Januar 2008 18:47
An: cm@cafemorgenland.net
Betreff: Bravo !

 

Bravo zum Serkan -Artikel !

Bravo ! Für Eure abartige, linksfaschistische Menschenverachtung !

Wir werden uns Eurer Worte erinnern !

 

oder die Ahnenforschung (ein sehr beliebter Zeitvertreib, auch bei den Linksdeutschen):

 

Von: Erhard Storch [mailto:erstor@nefkom.net]
Gesendet: Dienstag, 15. Januar 2008 08:59
An: cm@cafemorgenland.net
Betreff:

 

Scheiss Türken

 

 

manche empfehlen uns teuere Reisen:

 

Von: Peter Reicheneder [mailto:reicheneder@alice-dsl.net]
Gesendet:
Mittwoch, 11. Juni 2008 10:49
An: cm@cafemorgenland.net
Betreff:
Pfui Deiibel

 

Haut blos ab, wandert aus, am besten gleich auf dem Mond ihr Arschlöcher ;--))))

 

 

Wobei der berühmteste Nachkriegsspruch, der mit den „jüdischen Freunden“, nicht fehlen darf, ansonsten wäre ja die Palette unvollständig:

 

Von: Christian Wallrich [mailto:cwallrich@aol.com]
Gesendet:
Samstag, 12. Januar 2008 17:33
An: cm@cafemorgenland.net
Betreff:
Hallo

 

Geistige Brandstifter und Volksverhetzer seid ihr... Ihr wollt keinen Frieden, sondern HASS zwischen den Menschen schüren. Meine jüdischen und ausländischen Freunde (Eechte Freunde) und ich, scheißen auf Euch. Ich wurde als Kind ständig schwer misshandelt... Ja und? Wer Scheiße baut, steht dafür gerade..

Kriminelle abschieben! Sofort!

 

 

Und wir entdeckten, dass die Teutonen bestimmte Gegenden hassen, so dass der Spruch „die Deutsche sind zu Hause, fast überall auf der Welt“ offenbar nicht immer gilt:

 

Von: Holzer [mailto:kurti@t-online.de]
Gesendet:
Donnerstag, 29. Mai 2008 13:29
An: cm@cafemorgenland.net
Betreff:

 

warum emigriert ihr nicht nach Grönland, wenn ihr dieses Land so abscheulich findet.

Was muß ich selber für ein Versager sein, wenn ich meine Zeit mit erstellen einer solchen Website verschwende

 

Grausam......

 

Übersehen werden dürfte in dieser kurzen Botschaft selbstverständlich der kuriose Umstand nicht, dass das Konzept der  territorialen Lösung erneut aufgegriffen wird.

 

 

Woanders demonstrierten die Linksdeutschen, wie sie das Prinzip „Lernen für das Leben“ Wirklichkeit werden lassen.  Sie verstehen ihre gymnasiale Ausbildung genau dort zur Gänze zur Geltung zu bringen, wo sie glauben zu wissen, dass der Hund begraben liegt: in der deutschen Spezialmathematik des Mythos der „Tätergeneration“ nämlich.  Dank dem oft und gern gespielten Familienspiel  „Mein Opa war kein Nazi“ korrelierten sie zwar ziemlich behände das Alter des Angegriffenen mit einem empfindlichen Zeitpunkt, der offensichtlich als Schwelle eines entscheidenden Übergans postuliert wird, übernahmen sich aber dabei wohl wegen allzu großer Eifer mit ihrer Rechenfertigkeit. Diejenigen, die sich in die Tiefen dieser Spezialmathematik nicht trauten, fanden, aus der Not eine Tugend machend, einen effektiveren Weg, und verlangten von uns schlicht und einfach den HJ-Ausweis des Betroffenen als Nachweis:

 

„Naja, man muss schon bedenken, dass ein 80-jähriger ‘45 gerade mal 17 war. Die meisten Rentner sind also inzwischen kaum noch zur “Tätergeneration” zu zählen.“

„Ich kann mich Crash nur anschliessen, der Münchner Rentner war meines Wissens 76, d.h. bei Kriegsende gerade mal 14.

 

… manche schummelten

 

oja. der naziopa aus der hj. kleine rechnung für das cafe...
2008 - 75
-> 1933 geburtsjahr.
kriegsende 45 -> 12 jahre.
dem HJ "vorzuwerfen" ..
big grin geil. auch der ganze tenor des artikel.. "der arme serkan" .. achso . ja, klar“.

 

.. andere, die exaktes Wissen über CM zu haben glauben, gaben sich in Sachen Lagerfeuer-rumlungern der eigenen Opas und Omas als völlig ahnungslos:

 

„niemand kennt Brunno N. Aber alle wissen über ihm Bescheid“ (JW, Bahamas)

 

Die Eile, die  Geborgenheit und  die Vernichtungsemotionalität, die sich hier mit der inflationären Nutzung von Sonderzeichen, notgedrungen (soll heißen, wg. unerlaubten alternativen) zufrieden geben müssen, verbergen eine hitzige Kälte, die nur in Deutschland, nur von Deutschen produziert werden kann.

 

Es liegt uns fern, weder deren Mathedefizite zu rügen, noch den Indiziensammler zu spielen, zumal uns – im Gegensatz zu den meisten der Schreiber [] – der familiäre Zugang verwehrt bleibt. Daher müssen wir – zum x-ten mal – eher auf diese verdammte und ad acta gelegte Geschichte hinweisen, die weder durch Schönrechnerei noch durch Ahnungslosigkeit getilgt werden kann:

 

Gliederung innerhalb der Hitler-Jugend:

 

Geschlecht                  Männlich                                weiblich

Alter: 10-14 Jahre      Deutsches Jungvolk (DJ)       Jungmädelbund (JM)

Alter: 14-18 Jahre      Hitler-Jugend (HJ)                 Bund Deutscher Mädel (BDM)

 

Der Übergang vom Jungvolk zur eigentlichen Hitler-Jugend geschah immer am 20.April jedes Jahres (Geburtstag des Führers)

 

Und obwohl uns Bewusst ist, dass es hierzulande absolut keine Rolle spielte, spielt und spielen wird, was ein solcher „Abschaum“ wie Serkan sagt, notieren wir trotzdem vollständigkeitshalber einen Abschnitt aus seiner Aussage, sowie eine Passage aus einem taz-Bericht:

 

Zu dem Angriff sei es gekommen, nachdem L. vom späteren Opfer Bruno N. aufgefordert wurde, seine Zigarette auszumachen. Daraufhin beschimpfte L. den Rentner laut Anklage als "scheiß Deutscher". Beim anschließenden Halt der U-Bahn seien alle drei gleichzeitig ausgestiegen. A. ließ über seinen Anwalt erklären, der Rentner habe ihn mit den Worten: "Ihr seid das Volk, das hier Stress macht und rausgehört" beschimpft. Daraufhin sei er spontan hinter dem Mann hinterher gerannt, habe ihn mit dem Ellenbogen umgestoßen und getreten.“ (Aus Serkans Geständnis im Prozess, AFP 23.6.08)

 

Und N. habe auch ein Problem mit Ausländern gehabt, erinnert sich Horn, der ehemalige Schüler der Klasse 10 D: “In der 10. Klasse kam er im Sommer einmal ins Klassenzimmer, es ging um Hitzefrei. Beim Rausgehen hat er kurz in die Hände geklatscht und gemeint: ‘Das ist aber eine schlechte Akustik hier. Wir müssen ein paar Neger in die Ecke stellen!” Sie hätten einen farbigen Mitschüler in der Klasse gehabt, erinnert sich Horn"

 

Der Jörg Friedrich der „anti“deutschen (Wertmüller), beschreibt in seiner Blockwart-Zeitschrift (Bahamas) den alltäglichen Terror der Kanakengangs („Werwölfe“ genannt nach seinem vertrauten Jargon), die wild um sich schlagen, die die Strassen und Gegenden seines Landes unsicher machen, die wahllos Antirassisten und sogar demnächst Angehörige der eigenen Sippe zusammenschlagen oder umbringen würden.  Es sind diese unendlichen Ängste und Projektionen, die laut Polizei-Jargon als „subjektives Sicherheitsempfinden der Bürger“ bezeichnet werden, d.h., es ist zwar nicht so, aber der Bürger empfindet es so (vor allem der Spießbürger).

 

In der Zeit der Kampagne bis zum Prozess ereigneten sich Allerlei im Lande. Große und kleinere Skandale und Angriffe. Nehmen wir nur zwei aus verschiedenen Feldern beispielhaft heraus:

Alice Schwarzer, die der Journalist Henryk M. Broder (er erhielt 2007 den Börne [] -Preis), früher mal als „linke Antisemitin“, die „sich mit Leni Riefenstahl solidarisiert“,  bezeichnete, erhielt am 4. Mai 2008 eben diesen gleichen Börne-Preis [] . Gegen die Kämpferin für „Polizeifeminismus“ (Doña Carmen [10] ) aber, gegen die Fanatikerin der Abschiebung der ausländischen Prostituierten, die von ihr auch noch übelst rassistisch [11] attackiert werden, wird nicht polemisiert, geschweige den protestiert. Es geht so zu sagen durch… Wie vieles, viel zu vieles Andere auch.

 

Nehmen wir an, das wäre eine Nummer zu groß für die unbedeutenden Linksdeutsche, die Erfahrungsgemäß solche Fälle den Direktbetroffenen überlassen, und halten wir Ausschau nach kleineren, Lokalnachrichten, nach etwas, was  mit Serkans Schandtat vergleichbar wäre:

„Ein zehn Jahre altes Mädchen ist am Montagabend auf einem Spielplatz in Hohenschönhausen von einer 30 Jahre alten Frau geschlagen worden... Dabei kam es zunächst zu einem Wortgefecht zwischen der 30-Jährigen und dem aus Afghanistan stammenden Mädchen.

Im weiteren Verlauf der Auseinandersetzung hat dann nach ersten Ermittlungsergebnissen der Polizei die 30-Jährige begonnen, auf das Mädchen einzuschlagen. Dabei soll die Frau dem Mädchen zweimal mit der Faust gegen den Kopf geschlagen haben. Zudem habe die Frau das Kind auf Grund seiner Hautfarbe massiv beleidigt.

Spielplatzbesucher hatten das Geschehen beobachtet und gegen 19.30 Uhr die Polizei alarmiert. Die Mutter des Mädchens zeigte sich gegenüber den Beamten fassungslos über die Attacke gegen ihre Tochter. Sie selbst habe wegen ihrer Herkunft Angst gehabt, gegen die 30 Jahre alte Frau vorzugehen und habe es daher vorgezogen, lediglich ihre Tochter vor weiteren Schlägen zu schützen“. (Berliner Morgenpost, 14.5.08)

 

Dass in solchen Fällen kein Aufschrei, keine herzzerreißenden Kommentare, keine Live-Berichterstattungen, hitzige Diskussionen usw. stattfinden, ist absolut verständlich und nachvollziehbar: Weil es sich in diesen Fällen um Kanakenbrut handelt, weil die Täterin, eine ganz normale deutsche Mutter in der Blüte ihrer Gebärfähigkeit, gerade mal 30 ist, weil die Sensibilität mit Kindern in erster Linie dann auftritt, wenn das Design stimmt (blond, blauäugig…), wenn es sich also um „wertvollere“ Kinder handelt.  Weil schließlich der öffentliche Diskurs, weder von den afghanischen Müttern noch von den Serkans in diesem Land der unbegrenzten Hässlichkeiten bestimmt wird, sondern von 'Uli's und 'Fritz's, egal welcher Couleur.

Keine Rolle spielen dabei irgendwelche Kriterien, wie z.B. die Häufigkeit der Vorfälle oder die Brutalität der Tat usw.

 

Spitzen wir es zu: Bekanntlich wird die Öffentlichkeit allmonatlich damit konfrontiert, dass irgendwelche deutsche Väter oder deutsche Mütter (und zwar quer durch alle sozialen Schichte) ihre Kinder umbringen oder so stark misshandeln, dass sie an den Folgen der Misshandlung sterben. Wenn jemand nun auf die Idee käme, dies als allgemeine Tendenz und Massenphänomen dieser Gesellschaft und seiner Population anzuprangern und vergleichbare – wie gegen den wilden um sich schlagenden Jungkanaken – Maßnahmen zu fordern (z.B. Erziehungscamps für Erziehungsberechtigte), würde er bestenfalls gelyncht.

 

Die Nationale Erhebung der Deutschen begann mit der Wiedervereinigung und setzt sich fort bei jeder sich bietenden Gelegenheit, vor Flüchtlingsheimen, auf der Asche von abgebrannten Kanakenhäusern und Flüchtlingsunterkünften, auf verkohlten Leichen, in Altlastbewältigungsaufsätzen, auf dem Erlegen und medialjuristischen Ausschlachten von Jungkanaken, in Gaga-Veranstaltungen der alten und neuen Lamaisten (!) und ESSoterikern, in WM- und EM-Ekstasen, in antizionistischen (=antisemitischen) aber auch in philosemitischen (=antisemitischen) Dunstkreisen, am Arbeitsplatz, in den Foren oder auf der Strasse.

 

Die Botschaft ist klar: Nicht das, was gesagt und getan wird, ist relevant, sondern wer es sagt und tut.  Und vor allem wird darin wie eh und je verkündigt: die eiserne Entschlossenheit, das geschundene deutsche Volk zu schützen.  So kündigte der bayerischer Innenminister gleich nach dem ersehnten Urteil an: „Wer „Scheiß Deutscher“ sagt, stellt sich gegen die deutsche Gesellschaft“ (dabei darf nicht übersehen werden, dass die Betonung auf „wer“ liegt).

 

Überall in Europa wird der Volkszorn aktiviert: In Italien wird Fallacis Erbe („Zelte anzünden“) wörtlich ausgeschlachtet, diesmal gegen die dort lebenden Roma, in Spanien sind die Mauren-Nachkommen dran, in Griechenland die Albaner, in Slowakei wieder mal die „Zigeuner“ und überall die Juden.

 

Gewiss, ganz Europa ist eine stinkende Kloake, aber Deutschland bleibt unangefochten ihre Hauptzufuhr.

 

Café Morgenland, 09.07.2008



[] Wir können es selbstverständlich denjenigen immer rarer werdenden belesenen und geschichtsbewussten Deutschen gar nicht übel nehmen, dass sie sich gefragt hatten, ob Befürchtungen dieser Art überhaupt gerechtfertigt gewesen seien.

Das zeitgenössische deutsche Rechtswesen wurde zwischen den Jahren 1933 und 1945 unter großen Schwierigkeiten und dank aufopferungsbereitem Engagement der deutschen Juristen auf die Beine gestellt. Das war eine Knochenarbeit – darf ruhig wörtlich genommen werden.  Die Anzahl der verhängten Todesstrafen, z.B. mussten sich zwischen 1937 und 1945 verhundertfachen.  Also spätestens dann hatte sich das System stabilisiert und soweit gestrammt, dass ihm niemand mehr „Weichheit“, „Milde“  oder sonstiges Übel nachsagen konnte.  Die bestehende deutsche Rechtsordnung zog sich letztlich in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts auf eben diesem gestählten Fundament der deutschen – darf ruhig wörtlich genommen werden – Rechtsgelehrten hoch.  Also fällt uns schwer, was dagegen zu sagen, wenn behauptet wird, dass es eine Fehleinschätzung sei, dass man von der deutschen Justiz despektierlich spreche, indem man z.B. ihr „Milde“ nachsage.  

[2] Prozess gegen Neonazis
"So viele Menschen töten wie möglich"  (Von Peter Schmitt)
[…]
Zu Jugendstrafen zwischen drei Jahren sowie fünf Jahren und acht Monaten hat das Landgericht Nürnberg-Fürth am Montag vier Neonazis aus Mittelfranken verurteilt. Das Gericht sühnte damit den Brandanschlag auf ein überwiegend von Ausländern bewohntes Mietshaus in Bad Windsheim sowie die Verwüstung eines jüdischen Friedhofs.
Die Begründung für das Urteil lautete auf versuchten Mord in 42 Fällen in Tateinheit mit Brandstiftung sowie Störung der Totenruhe und Sachbeschädigung. Zur Katastrophe war es bei dem Anschlag auf das Mietshaus nur deshalb nicht gekommen, weil die Brandsätze entweder an der Hausfront abprallten oder sich nicht entzündeten. Die Richter waren sich aber sicher, dass die Jugendlichen "so viele Menschen töten wollten wie möglich“
[…]
Die rechtsradikale antisemitische Einstellung der Clique führte auch zu der Verwüstung des jüdischen Friedhofs in dem Ort Diespeck bei Neustadt an der Aisch am 24. Februar 2007. Zwei der jungen Männer waren spontan auf die Idee verfallen, eine jüdische Einrichtung zu schänden, nachdem sie sich mit Musik rechtsradikaler Bands aufgeputscht hatten. Mit ihren Springerstiefeln traten sie mit aller Gewalt gegen die alten Grabsteine und verwandelten die Ruhestätte in ein Trümmerfeld. Mehr als 60 Grabdenkmäler waren umgestürzt...(SZ vom 06.05.2008/sonn)

[3] die glücklicherweise nur in Form von Bits und Bytes an uns herangetragen wurden.

[4] „In Deutschland ist die Erinnerung, die höchste Form des Vergessens“ (Eike Geisel)

[5] Mit ihren vielfältigen betriebssportlichen Aktivitäten und Einrichtungen wie halt „Antiglobalisierung“, „Friedensbewegung“,  „Antifa“, „Anti-Atom“ etc.

[6] Das tröstliche dabei ist, dass die Lektüre überhaupt nicht zeit- und energieaufwendig ist, man braucht nach den Spuren dieser Idee überhaupt nicht zu suchen, weil das, was diesbezüglich allgegenwärtig ist, keine ‚Spur‘en,  sondern behäbig dicke Stränge sind, die von jeher den sozialen Zusammenhalt im deutschen Lande zu zeitigen scheinen.

[7] Als "Deutsch" muß man/frau erzogen werden "mit den Bilder des Opas in SS-Uniform", mit der 75-jährigen Oma "die immer noch stolz auf das Hakenkreuz in ihrem Führerschein ist". Mit der stillschweigenden Hinnahme, daß am Familientisch während des Abendbrots, ein (wahrscheinlich) Mörder (so genau weiß man/frau es nicht, weil nicht danach gefragt wird) dabei sitzt usw. (aus „von deutschen Standpunkte und andere Verbrechen“, CM 1998)

[8] Carl Lundwig Börne, geboren am 6.5. 1786 im jüdischen Ghetto von Frankfurt, Journalist, Theaterkritiker und Literat. Er starb am 12. 3.1837 in Paris. Er gilt als Wegbereiter der literarischen Kritik, insbesondere des Feuilletons

[9] EMMA schreibt von „den kleinen versteckten Konzentrationslager(n), errichtet von Tyrannen, die über ihre Familie herrschen“. (EMMA, Jan/Febr. 2004, S.88)
 So genannte „Lustmörder“ bezeichnet Frau Schwarzer mehrfach als „SS des Patriachats“.
 „Wollt ihr die totale Objektfrau?“ fragte Schwarzer, Goebbels imitierend, (PorNO, 1994, S.85)
„evidenten Parallelität zwischen der Judenfrage und der Frauenfrage“ werden aufgemacht
(Alle Zitate aus Doña Carmen: http://www.donacarmen.de/?p=249)
"Anlässlich der Riefenstahl-Ausstellung in Potsdam stattete Alice Schwarzer Leni Riefenstahl einen Besuch ab und berichtete im Januarheft 1999 ihrer Zeitschrift Emma darüber. Verblüffend an dem Artikel ist, daß Schwarzer von den gleichen Eigenschaften fasziniert war, die auch Hitler an Riefenstahl so hervorgehoben hatte." (S. 1198) Karin Wieland in: "Merkur", 12/2000, S. 1193-1202

[10] Doña Carmen e.V.  Verein für soziale und politische Rechte von Prostituierten

[11] A. Schwarzer:  „Zuhälter kommen häufig aus den Ex-Militärdiktaturen Osteuropas, knapp jeder fünfte ist inzwischen Türke, Tendenz steigend.“ schrieb sie im Jahr 2000. Aber auch das für sie faszinierende Motto „Arbeit zuerst für Deutsche“ darf nicht fehlen, denn laut A. Schwarzer, „Was den deutschen Prostituierten heute so besonders zu schaffen macht, sind einerseits die willigen, billigen Ausländerinnen… „ (Aus Doña Carmen)

 
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